Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Görlitz

Nicht vor das Fenster stellen

Pfarrer Peter Müller war fast 40 Jahre Gehörlosenseelsorger im Bistum

Aus der Hand von Diözesan-Caritasdirektor Rudolf Hupe (rechts) erhielt Pfarrer Müller die Johannes-Zinke-Medaille. Foto: Matthias Mitzscherlich

Calau (as) - Viel Wirbel um seine Person hat Pfarrer Peter Müller nie gemacht und eher im Stillen gewirkt. Fast 40 Jahre lang war er Gehörlosenseelsorger des Bistums. Vor allem aus gesundheitlichen Gründen hat er jetzt einem Jüngeren Platz gemacht. Am 17. September übernahm Pfarrer Ansgar Florian, Neuzelle, offiziell die Gehörlosenseelsorge. Aber ganz wird Peter Müller nicht von der Bildfläche verschwinden, denn er will seinen Nachfolger nach besten Kräften unterstützen, wie er selbst versichert.

Daraus, dass die Gehörlosenseelsorge für ihn ein wichtiger Grund war, Priester zu werden, macht der Geistliche kein Geheimnis. Schon als junger Theologiestudent kam er mit Gehörlosen in Berührung, versuchte ihre Welt zu verstehen, lernte die Gebärdensprache. Beeindruckt hat ihn vor allem, wie klar sie sich mit einfachen Mitteln verständigen und auch über Gott reden können. Wichtig dabei ist, sich in Menschen hineinzuversetzen, "die mit den Augen" hören. "Deshalb darf ich mich nicht vor das Fenster stellen, wenn ich mich mit ihnen unterhalte, weil sie durch das einfallende Licht meine Mundbewegungen nicht sehen können."

Pfarrer Müller hat im Laufe der Jahre gelernt, aus der Perspektive derer zu denken, die mit einer starken Behinderung leben müssen, hat ihnen Mut, Hoffnung und Stärkung im Glauben gegeben.

Nicht vergessen will er beim Abschied jene, die ihm dabei geholfen haben. Vor allem seine langjährige Mitarbeiterin Barbara Scheunert zum Beispiel oder die Caritas-Kreisstellenleiterin von Hoyerswerda Ursula Wilkowski. Beide Frauen unterstützen den Pfarrer seit vielen Jahren bei der Vorbereitung und Durchführung der monatlich stattfindenden Gehörlosentage. "Mein Dank gilt auch den Mitarbeitern des Cottbuser St.-Johannes-Hauses. Hier haben wir in den letzten Jahren wirklich eine Heimat gefunden." Auch für die Caritas ist Grund zum Danken. Diözesan-Caritasdirektor Rudolf Hupe hat Pfarrer Peter Müller für sein jahrelanges Engagement in der Gehörlosenseelsorge mit der Johannes-Zinke-Medaille des Görlitzer Caritasverbandes ausgezeichnet.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 40 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 05.10.2005

Aktuelle Buchtipps