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Aus der Region

Zeichen des Glaubens

Seelsorgezentrum für Unteroffiziersschule in Delitzsch

So könnte nach einem Entwurf das künftige Seelsorge- und Begegnungszentrum in der Unteroffi ziersschule des Heeres in Delitzsch aussehen.

Delitzsch / Leipzig - In der Bundeswehr-Unteroffiziersschule in Delitzsch soll mit Spendengeldern ein Seelsorge- und Begegnungszentrum entstehen. Der Tag des Herrn sprach mit dem zuständigen katholischen Standortpfarrer und Leipziger Oratorianer Thomas Bohne.

Geplant ist ein Standortzentrum mit kleiner Kirche innerhalb der Feldwebel-Boldt-Ausbildungskaserne in Delitzsch. Beim Bau sollen nach Angaben von Pfarrer Bohne und seinem evangelischen Amtskollegen Matthias Taatz Teile der geretteten historischen Bausubstanz der ehemaligen Kirche von Breunsdorf bei Borna verwendet werden. Die Kirche war wegen der Förderung von Braunkohle abgetragen worden.

Die Unteroffi ziersschule Delitzsch ist nach Angaben von Pfarrer Bohne mit rund 400 Soldaten die größte Ausbildungseinrichtung für Unteroffi ziersschüler des Heeres in der Bundesrepublik und auch künftig ein sicherer Bundeswehrstandort. Von Montag bis Freitag absolvieren die angehenden Unteroffi ziere hier ihre Ausbildung, verbringen aber hier auch ihre Freizeit und schlafen in der Kaserne.

Immer offen für die Soldaten

"Das Seelsorge- und Begegnungszentrum soll für sie eine offene Einrichtung werden, wo sie täglich hingehen können – etwa in dem Sinne, wie wir die Kirche als Ort verstehen, an dem für alle Platz ist", sagt der Oratorianerpriester. "Es soll Möglichkeiten zur ungezwungenen Begegnung untereinander und mit uns Militärpfarrern und für Veranstaltungen der Militärseelsorge bieten. Darüber hinaus soll es mit der Kirche ein Ort der Stille sein, an den sich die Soldaten zurückziehen können. Mit der Kirche ist es auch ein Zeichen des Glaubens in der Kaserne", so der Pfarrer.

Derartige Zentren gibt es nach Angaben des Seelsorgers auch an einigen anderen Standorten in der Bundesrepublik. "Das Besondere an unserem Projekt ist, dass erstmals auf Bundesgelände mit Spendenmitteln ein solches Zentrum errichtet werden soll, das dann Bundeseigentum und vom Bund unterhalten wird", so der Seelsorger. Eigentlich baue der Staat auf Bundeswehrgelände keine Kirchen, aber in diesem Fall sei nach zweieinhalbjähriger Prüfung anders entschieden worden. Zugebenermaßen sei es schon spannend, dafür 450 000 Euro Spenden aufbringen zu wollen, fügt der Militärpfarrer hinzu. Doch die ersten Gelder seien bereits eingegangen und man habe vor, große Unternehmen in der Region Leipzig um einen Beitrag zu bitten. Aber auch kleine Gaben seien sehr willkommen.

Hinsichtlich der Akzeptanz der Militärseelsorge unter den Soldaten hat Thomas Bohne bislang überwiegend positive Erfahrungen gemacht. "Als Ansprechpartner, Mann des Vertrauens und Begleiter werden wir Seelsorger von einem großen Prozentsatz der Soldaten geschätzt, egal, ob sie Christen sind oder nicht", sagt der Militärpfarrer, der im Januar dieses Jahres von einem halbjährigen Einsatz in Afghanistan zurückgekehrt ist. Mit den Einsätzen der Bundeswehr in den Krisengebieten der Welt sei die Akzeptanz der Seelsorger gewachsen.

Die Akzeptanz der Militärseelsorger ist gewachsen

Als Standortpfarrer in Leipzig ist Thomas Bohne neben Delitzsch auch für Bundeswehreinrichtungen in Halle, Leipzig, Naumburg und Weißenfels zuständig. Er hält Lebenskundlichen Unterricht, bietet thematische Wochenenden für Soldaten an, ist Gesprächspartner und geistlicher Begleiter.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 38 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 25.09.2005

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