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Bistum Magdeburg

Vom Evangelium bewegt

Im Bistum arbeiten jetzt drei neue Gemeindereferenten

Sie möchten weitergeben, was ihnen wichtig geworden ist: Gott liebt jeden Menschen. Am 10. September hat Bischof Gerhard Feige die drei neuen Gemeindereferenten beauftragt, dies im Namen der Kirche zu tun. Der Tag des Herrn stellt Schwester Loloahi Tautalanoa, Thomas Pogoda und Angela Degenhardt vor.

"Ich möchte Menschen nahe bringen, dass Gott uns liebt und für uns da ist", sagt Angela Degenhardt. "Wenn das, was wir glauben, so stimmt, dann macht es Sinn, sein ganzes Leben dafür einzusetzen." Und so versteht die 34-Jährige ihren Auftrag als "Berufung". "Für mich ist es ein Dienst, der mich ganz in Anspruch nimmt", sagt sie, und meint damit auch, ihn möglicherweise auf Dauer ohne Partner und Familie ausfüllen zu wollen.

Nach dem Abitur studierte die in Oschersleben aufgewachsene junge Frau Pharmazie in Halle und arbeitete dann als Apothekerin. Während ihrer Ausbildung engagierte sie sich in der katholischen Studentenarbeit. Ende der 90er Jahre arbeitete sie im Diözesanvorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend mit. In dieser Zeit entschloss sie sich, ihren Berufswunsch aus der Jugendzeit wahr zu machen und Gemeindereferentin zu werden.

Dass sie nun nur ein Drittel des Gehalts einer Apothekerin verdient, darauf hat sie sich eingestellt. Sorge bereitet ihr und auch ihrem Kollegen Thomas Pogoda allerdings, was wird, wenn das Bistum noch weniger Mittel hat, seine Mitarbeiter zu bezahlen.

"Ich möchte das mir Mögliche dazutun, dass das Reich Gottes schon hier spürbar wird", sagt Frau Degenhardt. Und: "Wichtig für alles Engagement ist eine persönliche Gottesbeziehung." Bei der Suche, wie man diese pflegen kann, habe für sie auch die Frage nach einem fest geregelten Leben im Kloster eine Rolle gespielt. Für die Zukunft wünscht sich die in Halle, Heilig Kreuz, tätige Gemeindereferentin, viele in den Gemeinden mögen erkennen, dass sie füreinander und für die Mitmenschen als Seelsorger verantwortlich sind. Aufgabe der Hauptamtlichen werde es immer mehr werden, dafür Voraussetzungen zu schaffen.

Sich der frohen Botschaft bewusster werden

Einen anderen Weg hat Thomas Pogoda genommen. Eines Tages habe ihn als Jugendlichen jemand gefragt: Willst du nicht Theologie studieren? Pogoda nahm die Frage ernst. Und studierte in Erfurt Theologie. Dabei lernte der gebürtige Quedlinburger seine Frau Marie-Theres kennen und entschied sich, um Aufnahme in den Bewerberkreis als Gemeindereferent zu bitten.

"Mir ist es sehr wichtig, als Verheirateter in diesem Dienst zu stehen", sagt der 28-Jährige. "Meine Frau ist mir in Fragen des Glaubens meine wichtigste Gesprächspartnerin. Das Ehesakrament gibt mir Kraft für meinen Dienst. Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung mit in die Kirche einbringen kann, und halte dies auch für wichtig." Während des Theologiestudiums entdeckte Pogoda seine "Liebe zur akademischen Theologie" und schrieb seine Diplomarbeit über die Stellung von Laientheologen in der kirchlichen Praxis seit dem Konzil. Pogoda, der in der Propstei in Magdeburg tätig ist, wünscht "allen in den Gemeinden, dass wir noch viel tiefer verstehen, was für eine Botschaft wir haben und unser Leben danach ausrichten. Sonst sind wir eines Tages nicht mehr."

Wiederum anders zum Dienst als Gemeindereferentin hat Schwester Loloahi Tautalanoa gefunden. "Mir war wichtig, für die Arbeit in der Gemeinde gut vorbereitet zu sein, damit ich, die ich aus einem anderen Kulturkreis komme, die Menschen hier mit ihren Freuden und Sorgen gut verstehe", sagt die aus dem Königreich Tonga stammende Ordensfrau.

Die Freuden und Sorgen der Menschen verstehen

Die 51-jährige Maristen-Missionsschwester hat viele Jahre auf Samoa als Berufsschullehrerin gearbeitet. Um ihrem Seelsorgeauftrag in Dessau-Alten besser gerecht werden zu können, hat sie die Ausbildung zur Gemeindereferentin absolviert. "Die Qualifikation hat mich sehr bereichert und hilft mir, mich hier besser zu integrieren", sagt sie. Ihr Wunsch: In den Gemeinden möge es mit viel Teamgeist, Ausdauer und Geduld gelingen, praktikable Gemeindeverbünde zu errichten, um so als Christen missionarisch zu leben.

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Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 38 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 25.09.2005

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