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Bistum Erfurt

Auf dem Weg in die Zukunft

Berichte von der Erfurter Bistumswallfahrt

Der Humor kam nicht zu kurz: In einem Anspiel vor der Wallfahrtsstunde wurde deutlich, wie Christen und Nichtchristen oft aneinander vorbeireden. Foto: Holger Jakobi

Erfurt - Zirka 10.000 katholische Christen aus allen Teilen des Bistums Erfurt nahmen an der diesjährigen Bistumswallfahrt zum Erfurter Domberg teil. Die Wallfahrt stand im Jahr der Eucharistie unter dem Motto "Ein Mahl verwandelt – verwandelt zum Leben".

Wie kann es unter veränderten Strukturen und Pfarreien, die immer mehr in die Fläche wachsen, mit der Seelsorge weitergehen? Diese Frage stellte Bischof Joachim Wanke bei der diesjährigen Bistumswallfahrt des Bistums Erfurt. Joachim Wanke machte in seiner Predigt deutlich, wie wichtig es in den kommende Jahren sein wird, Helfer für "andere, Kinder, Jugendliche, Suchende und Zweifler" zu werden. Helfer zum Leben und zum Gebet. Er forderte dazu auf, in den Gemeinden Besuche zu machen, einsame Menschen nicht alleine zu lassen. Christen sollten Brückenbauer werden, um "manchen wieder zu helfen, in die Gemeinde hineinzufinden". Weiter forderte der Bischof die Christen dazu auf, Gefährten im Glauben zu sein, unter Freunden, in der Ehe, in der Familie … Es komme heute darauf an, sich "im Namen Jesu" in der Welt, in der Gesellschaft zu Wort zu melden. Um diese Anliegen in die Gemeinden zu tragen wurde ein Leporello verteilt, das Impulse für das eigene Christsein und die Seelsorge in den Gemeinden enthält.

Neben zahlreichen Zwischenveranstaltungen – unter anderem zum Thema Arbeit oder zur Eucharistie – kam es zu zahlreichen Begegnungen an den Ständen von Gemeinschaften, Verbänden und Initiativen im Bistum. So informierte Schwester Maria Elisabeth Jakubowitz aus Omsk im Bistum Verklärung des Herrn über die Arbeit der Caritas in Sibirien, die sich unter anderem um Kinder und Jugendliche sorgt, die aus zerrütteten Familien stammen. Schwester Maria Elisabeth, die zu den Aachener Franziskanerinnen gehört, freute sich über einen Scheck in Höhe von über 11 600 Euro, den ihr Weihbischof em. Hans-Reinhard Koch übergab.

Schwester Maria Elisabeth begleitete Bischof Josef Werth aus Nowosibirsk, in dessen Bistum sie als Diözesancaritasdirektorin arbeitet. In einem Grußwort zu Beginn der Wallfahrtsmesse gab Bischof Werth seiner Freude Ausdruck, dass nach langen Jahrzehnten die Trennung der russischen Katholiken von der Weltkirche aufgehoben sei. "Gott segne Russland und Deutschland", rief der Bischof unter dem Applaus der Gläubigen. Neben einer Veranstaltung in der Predigerkirche, in der Bischof Werth über die Lage in Russland sprach, erinnerte er zu Beginn der Wallfahrtsstunde an die Bedeutung der Eucharistie. Sechzig Jahre war es den Menschen in der ehemaligen Sowjetunion nicht oder nur selten möglich, an der heiligen Messe teilzunehmen. Das dies jetzt wieder möglich ist, bleibe ein hohes Gut. Zuvor stellte Bischof Joachim Wanke die Eucharistie in den Mittelpunkt seiner Predigt. Unter anderem sagte er: "Schauen wir auf den Ursprungsort der Eucharistie, das ist der Abendmahlssaal in der Nacht vor Karfreitag. Der Herr macht in dieser Nacht vor seinem Sterben aus einer menschlichen Gewalttat eine Tat der Hingabe, eine Tat der Liebe – für uns und die vielen. Diese Umwandlung des geballten Hasses, der Jesus vernichten will, zu einer Tat hingebender Liebe geschieht auf Golgota." Diese Umwandlung, so der Bischof weiter, geschieht in jeder Eucharistie. "Nichts weniger als Neuschöpfung passiert, wenn wir uns dem Anspruch der Eucharistie aussetzen. Ja wir können sagen: Wir werden mehr und mehr das, was wir empfangen – Leib Christi." Oftmals seien es aber die kleinen Veränderungen, beispielsweise eine Korrektur des Lebensstiles, die den Menschen immer mehr an Jesus annähern.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 38 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 25.09.2005

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