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Bistum Erfurt

Auch in München gibt es Eichsfelder

Zum Abschied von Pater Franz-Ulrich Otto aus Heiligenstadt

Heiligenstadt (cb) - Mit der Zusammenlegung der beiden deutschen Provinzen der Salesianer Don Boscos kam es im August auch in Heiligenstadt zu personellen Veränderungen.

Nach vierzehn Heiligenstädter Jahren ist Salesianerpater Franz- Ulrich Otto nach München gezogen. Pater Otto, bisher Direktor der Heiligenstädter Niederlassung, ist zum Provinzialvikar und damit zum stellvertretenden Provinzial ernannt worden, wird aber als Geschäftsführer der Villa Lampe gGmbH weiterhin tätig sein. Seine Nachfolge als Direktor in Heiligenstadt wird Pater Federhen übernehmen. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Leitung der Mitbrüdergemeinschaft, seine Aufgabe als Jugendpastoralleiter in der Villa und der Religionsunterricht an der Bergschule St. Elisabeth.

Im August 1991 hatte Heiligenstadts Stadtparlament beschlossen: Am 1. Oktober 1991 beginnt im als Villa Lampe bekannten Gebäude das Modellprojekt "Arbeitsbezogene Jugendsozialarbeit". Von Sommer 1991 bis Sommer 1992 pendelte der im niedersächsischen Duderstadt geborene Pater Otto zwischen Essen, wo er noch als Stadtjugendseelsorger tätig war, und Heiligenstadt. Sein offizieller Dienstbeginn im Eichsfeld war am 4. September 1992, dem Tag der Ordensniederlassung.

Anfangs wurde die Jugendarbeit in der Villa von Außenstehenden neugierig beäugt, denn die Männer vom Orden Don Boscos waren in der Region noch weitgehend unbekannt. Sehr bald schon sprach es sich herum, dass niemand an der Eingangstür nach seiner Konfession gefragt wurde. "Offen für alle, aber nicht für alles", unterstrich Pater Otto von Anfang an; denn für rechtes Gedankengut ist kein Platz.

Mit den Jahren wuchsen die Räumlichkeiten, wurde an- und umgebaut. Inzwischen gehören Ferienfahrten zu Sommerlagern in Dänemark und am Nordkap zu den Höhepunkten, wurden im Landkreis Außenstellen eröffnet, fahren zwei Busse als "Villa-Mobil" regelmäßig in Dörfer ohne Jugendklub.

Viele frohe Anlässe. Doch wird Pater Otto nie die Gespräche mit jungen Frauen und Männern vergessen, die mit ihm reden wollten, um im Jahr 2001 den Tod eines unheilbar kranken Villa-Mitarbeiters besser verarbeiten zu können. Gereon war nur 28 Jahre alt geworden. Nachdrücklich wehrt sich der Priester gegen Meinungen, im Eichsfeld sei die Welt noch in Ordnung: "Hier in der Kleinstadt und im ländlichen Raum haben junge Menschen die gleichen Probleme wie in Essen und in München." Ab sofort ist Pater Otto in erster Linie Ansprechpartner für die Mitarbeiter in den über 35 Einrichtungen Deutschlands: "Ich muss mich jetzt um alle kümmern, die die Arbeit machen", charakterisiert er seine neuen Aufgaben. Den Kontakt zu Jugendlichen wird er nicht verlieren: Auf dem Grundstück der Provinzleitung in München steht ein Jugendwohnheim mit 500 Plätzen. "Hier wohnen auch Eichsfelder während ihrer Ausbildung", hat er bereits festgestellt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 36 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 08.09.2005

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