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Bistum Dresden-Meißen

Berührung mit Gott

Drei neue Gemeindereferentinnen im Bistum Dresden-Meißen

Beate Pfeifer geb. Fröhmel

Dresden (dw) - Drei neue Gemeindereferentinnen bekommt das Bistum Dresden– Meißen: Bischof Joachim Reinelt wird am 10. September Anja Matthies, Beate Pfeifer und Dr. Esther Schulz von der Dresdner Kathedrale aus in ihren Dienst senden.

So unterschiedlich wie die drei Frauen, die das Bistum kommenden Samstag in den Dienst nimmt, sind auch die Wege ihrer Berufung. "Ich weiß schon seit der achten Klasse, dass ich Gemeindereferentin werden will", sagt Beate Pfeifer. Angezogen hat sie damals die Art der Kinder- und Jugendarbeit, die sie in ihrer Heimatgemeinde Annaberg- Buchholz erlebt hat. In diesem Alter war Esther Schulz noch keine Christin. Erst mit 24 Jahren ließ sich die landwirtschaftliche Forschungsingenieurin aus Wittenberge in Meißen taufen.

Das Vorbild der langjährigen Gemeindereferentin ihrer Heimatgemeinde Rochlitz und die positiven Erfahrungen in der dortigen kleinen, aber – wie sie es beschreibt – "starken, glaubenden und suchenden Gemeinde" waren für Anja Matthies, deren Leidenschaft auch der Musik gilt, Anstoß für ihre Berufswahl. Ebenso wie Beate Pfeifer absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr, bevor sie in Magdeburg ihre Ausbildung begann. Anja Matthies verbrachte dieses Jahr im Caritas-Altenpflegeheim in Lichtenstein, Beate Pfeifer in einem christlichen Kinderhaus.

Auf ihrem Weg pflegten die jungen Frauen den Kontakt zu verschiedenen geistlichen Gemeinschaften. Beate Pfeifer verbrachte ein Jahr in der Franziskusgemeinschaft Leutwitz. Anja Matthies besucht regelmäßig die Benediktiner in Wechselburg und Frauen des Säkularinstituts St. Bonifatius, die ebenfalls nach den Regeln Benedikts leben.

Esther Schulz beschreibt ihre spirituelle Ausrichtung als "biblisch geprägt". Sie wechselte auf Bitte des Bischofs nach kurzer Zeit vom Magdeburger Ausbildungsseminar zum Theologiestudium in Erfurt und legte ihren Studienschwerpunkt dort auf exegetische Fächer. Zwei Semester lang studierte sie an der Dormition Abbey in Jerusalem, einer Außenstelle der römischen Fakultät San Anselmo – eine Zeit , die sie nicht nur aufgrund der besuchten Vorlesungen in Judaistik, Islamkunde, Ostkirchenkunde und Archäologie, sondern auch aufgrund persönlicher Kontakte im Land als "wesentliche Bereicherung" beschreibt. Nach dem Diplomstudium schrieb sie in Erfurt in Pastoraltheologie eine umfassend biblisch begründete Doktorarbeit zum Thema "Der Mensch an der Grenze des Lebens – der Mensch als Bild Gottes".

So verschieden die bisherigen Erfahrungen der drei angehenden Gemeindereferentinnen auch sein mögen, gemeinsam ist ihnen der tiefe Wunsch, Menschen in Berührung mit Gott zu bringen und sie geistlich zu begleiten. "Ich möchte Gottes frohe Botschaft weitersagen und weitertragen und glaubende wie nicht glaubende Menschen in ihrem Suchen, Fragen, Hoffen und Glauben begleiten", bringt Anja Matthies zum Ausdruck. Sie wird sich nach Gemeinde-Erfahrungen in Freiberg und in der Chemnitzer Propstei-Gemeinde nun in Bautzen einbringen.

Esther Schulz, die während der Vorbereitungszeit als Gemeindeassistentin in Dresden-Neustadt und Radebeul arbeitete, wird künftig in der Krankenseelsorge im Raum Dresden und in der Pfarrei Radebeul eingesetzt sein.

Beate Pfeifer, die ihre bisherigen Berufserfahrungen in Gera und Markkleeberg gesammelt hat, wird Gemeindereferentin in der Leipziger Propstei. "Jeder Einzelne in der Gemeinde bringt mit seiner Geschichte einen Schatz mit, der nur im Austausch erschlossen werden kann", sagt die 26-Jährige. "Darum liegt mir am Herzen, Menschen in Begegnung miteinander zu bringen – und damit in Berührung mit Gott". Sie selbst habe in ihrer Ausbildungszeit aus solchen Begegnungen heraus gelebt, die sie in besonderer Weise in einem ökumenischen Frauengesprächskreis und im Markkleeberger Caritas-Kinderdorf hatte.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 35 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 31.08.2005

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