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Bistum Magdeburg

"Wie eine Auszeichnung"

Junge Litauer auf Einladung von Gemeinde und Malteser-Hilfsdienst zu Gast in Halle-Dölau

Junge Litauer und ihre Gastgeber interessierten sich für die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Behinderten-Werkstätten in Halle. Die jungen Leute waren zwölf Tage in der Gemeinde in Dölau zu Gast. Foto: Eckhard Pohl

Halle - 17 junge Litauer und ihre drei erwachsenen Begleiter haben Ferientage in Halle und Umgebung verbracht. Sie waren auf Einladung der Gemeinde in Dölau und des Malteser-Hilfsdienstes gekommen. Am 17. August besuchte die Gruppe die Halleschen Behindertenwerkstätten.

"Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit, hier sein zu können und so viel Neues kennen zu lernen", sagt Mirek Lawrynowicz auf Deutsch. Der 19-jährige Abiturient ist einer der jungen Litauer, die dieser Tage in Halle zu Gast sind. Er und die anderen kommen aus einem Kinder- und Jugendheim in Pabrade 60 Kilometer von der Hauptstadt Vilnius entfernt. Insgesamt leben in der Einrichtung 180 Heranwachsende im Alter von vier bis 19 Jahren. "Es ist so etwas wie eine Auszeichnung für die Jugendlichen, dass sie hier sein können", sagt die Heimdirektorin, Joleta Dubauskiené. "Es ist sehr wichtig, dass die Jugendlichen, die meist aus schwierigen familiären Verhältnissen kommen, etwas Schönes erleben können."

Ein bisschen wie eine Auszeichnung

Interessiert hören sich die Litauer die Ausführungen des Technischen Leiters der Behindertenwerkstätten Halle, Gerhard Schäfer an. Ihre Direktorin Joleta Dubauskiené, eine studierte Deutsch-Lehrerin, übersetzt, was Schäfer sagt. Die Litauer sind erstaunt über die guten Arbeitsund Lebensbedingungen für die Behinderten, wünschen sich ähnliche Bedingungen in ihrem Heim. Direktorin Dubauskiené plant eine umfassende Sanierung des Hauses und hat dafür von der Magdeburger Diözesan-Caritas Unterstützung bei der Planung erhalten.

Die Leitung der Halleschen Behindertenwerkstätten ihrerseits ist in Übereinstimmung mit der Landesarbeitsgemeinschaft für die Werkstätten daran interessiert, Kontakte zu Einrichtungen der Behindertenhilfe in Litauen und in Irland (!) zu knüpfen und deshalb über den Besuch erfreut. "Uns ist nach der Wende viel Unterstützung gegeben worden, warum sollen wir unsere Erfahrungen nicht auch weitergeben", sagt Werkstätten-Geschäftsführer Norbert Wendt.

Für die Litauer und ihre Gastgeber, unter ihnen auch Pfarrer Norbert Behrendt, ist der Besuch in den Werkstätten, in denen 330 Frauen und Männer arbeiten, nur ein Punkt des geplanten gemeinsamen Programmes. So haben die jungen Leute bereits am Tag der Nationen des Weltjugendtages in Magdeburg teilgenommen, wo sie auch einen Abend mit spanischen und französischen Jugendlichen verbrachten.

Vielseitiges Programm angeboten

Auf dem Programm stehen auch der Besuch in einem Freizeitbad oder eine Fahrt nach Quedlinburg. Die jungen Leute, unter ihnen etliche Abiturienten, besuchen auch das Elisabeth- Gymnasium Halle.

"Ursprünglich hatten wir Kontakte nach Svencioniys", sagt Gernot Heinze aus Dölau, der sich viel um die Kontakte nach Litauen müht. "Wir haben aber gemerkt, dass die Gemeinde dort gut ohne uns zurecht kommt und unsere Hilfe auf das Kinder- und Jugendheim in Pabrade verlagert. Dorthin bringen wir mit den Maltesern auch regelmäßig Hilfstransporte." Vor zwei Jahren war schon einmal eine Gruppe von Kindern aus Pabrade, aus Sviencionys und aus Dölau zu Ferientagen in Grillenberg zusammen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 34 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 25.08.2005

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