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Bistum Dresden-Meißen

Sich und anderen vertrauen

Im Caritasheim St. Hedwig Mengelsdorf finden psychisch Kranke eine Bleibe

Pferdetherapie: Für Therapeutin Kirsten Wagner kommt es darauf an, dass Patienten wie Silvio Hentschel lernen, Verantwortung zu tragen und Selbstvertrauen zu finden. Foto: Andreas Schuppert

Mengelsdorf (as) - Fördern durch Fordern. Lebensfähig werden durch intensive Begleitung. Das ist das Ziel des Caritasheimes St. Hedwig in Mengelsdorf, das am 20. August Schlossfest feierte.

"Menschen mit psychischer Erkrankung brauchen Wohnmöglichkeiten, die ihre besonderen Bedürfnisse berücksichtigen", sagt Claudia Görner, Leiterin der Caritas-Behindertenhilfe in Görlitz. Im Caritasheim St. Hedwig Mengelsdorf besteht so eine Möglichkeit. Bewohner, Mitarbeiter und Hausleitung luden am 20. August bereits zum vierten Mal zum Schlossfest ein, das diesmal ganz im Zeichen eines sportlichen Wettstreits stand. Angebote für die Gäste, sich über die Arbeit des Hauses zu informieren, gab es ebenso wie eine Spielecke für Kinder.

"Die sozialtherapeutische Wohnstätte besteht seit 1996", so Frau Görner. In Mengelsdorf gibt es 34 Bewohnerplätze, hinzu kommt eine Außenwohngruppe mit acht Plätzen in Reichenbach. Dort wird aber eine größere Selbstständigkeit der Bewohner erwartet.

Seit vorigem Jahr unterhält die Caritas in der Görlitzer Blumenstraße eine Wohngruppe für Behinderte.

In Mengelsdorf und Reichenbach werden aber vor allem Menschen mit einer psychischen Erkrankung behandelt. "Ziel ist es, die individuellen Fähigkeiten der Bewohner zu erhalten und weiterzuentwickeln", beschreibt Claudia Görner das Konzept. Das geht nicht ohne eine gezielte Förderung. Die Bewohner lernen, sich in eine Gemeinschaft einzufügen, ohne aber ihre Eigenständigkeit aufgeben zu müssen. So können beim Einzug zum Beispiel eigene Möbel mitgebracht werden.

Für die Entwicklung der Patienten sorgt die Ergotherapie mit Angeboten im gestalterischen Bereich. Produkte aus dieser Arbeit wollen die Bewohner auch beim Tag der Sachsen, der vom 2. bis 4. September in Weißwasser stattfindet, anbieten und an die Besucher verkaufen. Eine weitere Säule der Behandlung ist die so genannte Hippo-Therapie (Pferdetherapie). "Dazu gehört nicht nur das Reiten, sondern auch die Pflege und der Umgang mit dem Tier", erläutert Pferdetherapeutin Kirsten Wagner, die eng mit der Caritas zusammenarbeitet. "Wichtig ist es, dass die Patienten lernen, Verantwortung zu übernehmen, Selbstvertrauen aufzubauen und auch anderen zu vertrauen."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 34 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 25.08.2005

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