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Bistum Görlitz

Die Vorbereitung war "perfetto"

Weltjugendtag: Ausländische Gäste bei den Tagen der Begegnung im Bistum Görlitz zu Gast

Bau mit an einer gerechten Welt: Italienische Jugendliche waren am Tag des sozialen Engagements im Jahnbad in Weißwasser unter anderem mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Fotos: Andreas Schuppert

Görlitz - Nichts war sicher in diesen Tagen. Und dass der eine oder andere ungeduldig wurde, war verständlich. Aber am Ende kamen sie doch: Rund 200 ausländische Jugendliche zu den Tagen der Begegnung im Bistum Görlitz.

"Benvenuti" (Herzlich willkommen) muss Sara Giovanelli aus La Spezia (Bistum Genua) immer wieder übersetzen. Die Freude darüber, dass über 100 italienische Jugendliche nach Weißwasser und Wittichenau gekommen sind, war groß. Und die Gäste fühlten sich in der Oberlausitz pudelwohl. "Es ist alles super vorbereitet und organisiert. Perfetto (perfekt)", loben Sara und ihr Freund Fabio Destri die "deutsche Gründlichkeit". "Ganz gleich, wo wir waren, wir sind überall herzlich aufgenommen worden."

Der Oberbürgermeister bringt Getränke

Die Italiener waren nicht nur bei der großen Lichterprozession in Wittichenau, sondern auch in Bad Muskau zu Gast, wo die Besucher des Fürst-Pückler-Parks einen "Tortellini" erlebten, einen temperamentvollen italienischen Volkstanz zum Mitmachen.

Herzstück war der Tag des sozialen Engagements. Der Oberbürgermeister von Weißwasser, Hartwig Rau (parteilos), brachte die Getränke höchst persönlich. Und ein Glücksfall war es auch, dass das Wetter mitspielte, denn im "Jahnbad" gab es viel zu tun. Steine waren wegzuräumen, Holz in Container zu laden oder Sträucher zu verschneiden. Tatkräftig machten sich die jungen Leute an die Arbeit. Die 19 mongolischen Gäste in Spremberg waren unterdessen im Krankenhaus beschäftigt. In Guben konnten die Gäste zwischen einem Tag in einer deutschen Schule und einem Sozialprojekt wählen. Einsätze gab es auch in Wittichenau, Hoyerswerda, Neuzelle und Cottbus.

Die Görlitzer Gastgeber mussten sich in Geduld üben. Wenn denn auch spät, aber sie kamen: Eine Gruppe von elf amerikanischen Jugendlichen aus Daton im Bundesstaat Ohio waren seit dem 13. August in der Bischofsstadt zu Gast. Gottesdienste, eine Stadtführung und gemütliche Abende standen unter anderem auf dem Programm. Am Ende bekamen alle ein T-Shirt geschenkt, mit denen die Mädchen und Jungen aus den USA auch in Köln für Görlitz / Zgorzelec als europäische Kulturhauptstadt 2010 werben wollen.

Auf dem Untermarkt gab es bereits am Freitag einen internationalen "Abend der Begegnung" mit deutschen, polnischen und tschechischen Jugendlichen.

Keinem anderen Stern als dem von Betlehem folgen

Am Gottesdienst mit Bischof Rudolf Müller nahm auch Oberbürgermeister Joachim Paulick (CDU) und der evangelische Regionalbischof Hans-Wilhelm Pietz teil. Bischof Rudolf Müller rief die jungen Christen zu einem lebendigen Glaubenszeugnis auf.

"Die Christen sollen keinem anderen Stern folgen als dem Stern von Betlehem", sagte Bischof Müller in Anspielung auf die berühmte Predigt des heutigen Kölner Kardinals Joachim Meisner beim DDR-Katholikentreffen 1987 in Dresden. Ein lebendiger Glaube sei nicht nur in Köln, sondern auch in den kleinen Diasporagemeinden des Bistums Görlitz zu finden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 33 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 17.08.2005

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