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Bistum Erfurt

Erleben der Vielfalt

Tage der Begegnung sind eine Chance zum Kennenlernen

Kaplan Dominik Trost aus Niederorschel im Eichsfeld freut sich auf die Gäste zu den Tagen der Begegnung. Gemeinsam heißt es dann: Auf nach Köln. Foto: Holger Jakobi

Niederorschel - 32 junge Leute aus Rumänien, Ungarn und aus Frankreich werden in Niederorschel und in Kleinbartloff im Rahmen des Weltjugendtages zu Gast sein. Ein Gespräch mit Kaplan Dominik Trost, der in der Region Eichsfeld auch mit der Organisation der Tage betraut ist.

"Körperlich fit zum WJT" und "Mental fit zum WJT" waren zwei Aktionen der Jugend in Niederorschel mit der sie sich am 3. August noch einmal in besonderer Weise auf den diesjährigen Weltjugendtag im Bistum und dann in Köln vorbereiteten. Konkret hieß dies, am Vormittag eine Radtour zu unternehmen und am Abend sollte nach einem gemeinsam gesehenen Film eigentlich schon mal geprobt werden, wie es sich so unter freiem Himmel schlafen lässt. Doch das Regenwetter ließ dies nicht zu. Nun hoffen alle, dass das Wetter auf dem Marienfeld bei Köln trocken bleibt, wenn hunderttausende zumeist jugendliche Pilger dort vor dem Abschlussgottesdienst mit Papst Benedikt die Nacht verbringen. Mit dabei wird dann neben all den anderen begleitenden Seelsorgern auch Kaplan Dominik Trost sein, der in der Region Eichsfeld mit der Organisation der Tage der Begegnung beauftragt ist.

Diese Tage bieten den jungen Leuten in Deutschland und ihren Gästen eine erste Gelegenheit zum Kennenlernen. Spiel und Spaß und das soziale Engagement werden diese Zeit prägen, die zu wesentlichen Teilen von den Gemeinden ausgestaltet wird. Dominik Trost hat in der Vorbereitung die Erfahrung gemacht, dass dies vor Ort immer gut lief. "Das gesamte Vorbereitungsteam hat den Gemeinden immer wieder Mut gemacht, neben dem zentralen Bistumstag in Heiligenstadt die Tage alleine durchzuziehen", erinnert sich Trost.

Selbst erhielten die im Bistum Erfurt gebildeten Teams ein "Skelett" an inhaltlichen Vorgaben vom Kölner Weltjugendtagesbüro. Damit verbunden war die Aufforderung, dieses mit "Fleisch" zu füllen. Eine Aufgabe, die ohne die Gemeinden und die Jugend des Bistums nicht zu lösen gewesen wäre. Zahlreiche Ideen – gerade auch zum sozialen Tag am Freitag – wurden eingebracht, manches vor Ort wieder verworfen, vieles verwirklicht … Am unkompliziertesten war dabei der Gemeindesonntag, der an diesem Sonntag von Alt und Jung begangen wird. Kaplan Trost: "Die Leute feiern eigentlich so wie immer. Am Vormittag gibt es einen schönen Gottesdienst und dann klingen die regionalen Tage der Begegnung mit Spiel, Spaß und gutem Essen aus."

Pfarreien, Behörden und Sponsoren halfen mit

Zentrale regionale Anreisestelle der Gäste aus nah und fern wird die Obereichsfeldhalle in Leinefelde sein. Von hier aus werden die internationalen Gäste ihre gastgebenden Gemeinden erreichen. Allein das zeigt schon, welch organistorische Vorbereitungen zu bewältigen waren. Ohne Hilfe der Behörden ging dabei nichts. Kaplan Trost berichtet, dass er und die anderen Verantwortlichen schon zu Beginn diesen Jahres überrascht davon waren, wie gut die Anliegen des Weltjugendtages nicht nur von den Gemeinden, sondern auch von den Behörden angenommen wurden. Zudem war es möglich, nicht nur auf Bistumsebene, sondern auch vor Ort Sponsoren zu gewinnen.

Kaplan Dominik Trost hat an die Tage der Begegnung besondere Erwartungen: "Köln wird zwar ein großes Fest werden, aber in der Menschenmasse geht sicher vieles unter. Aber hier vor Ort haben unsere Jugendlichen die Möglichkeit, gleichaltrige Christen aus anderen Ländern richtig kennen zu lernen. Sie können erfahren, wie sie beispielsweise in Rumänien oder Frankreich Gottesdienst feiern." Im Erleben des Andersseins, der Vielfalt in der Kirche sieht der Niederorscheler Kaplan eine gute Chance, dass bei den deutschen Jugendlichen etwas aufbricht, dass eine neue Beziehung zu Kirche und Glauben möglich wird. Der Grundstein dazu wurde in Niederorschel schon im Vorfeld gelegt. Zu einem dritten Vorbereitungspunkt "Geistlich fit zum WJT" traf sich die Gemeinde mit ihrer Jugend um gemeinsam in der Anbetung für das Gelingen des Weltjugendtages zu bitten – in Köln, Erfurt, Niederorschel und anderswo.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 32 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 10.08.2005

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