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Bistum Magdeburg

Gute Voraussetzungen für Heilung

Neues Therapiezentrum für Hallenser Krankenhaus St. Barbara und St. Elisabeth übergeben

Generalvikar Stolpe segnet Räume, Mitarbeiter und Patienten Halle (ep) - Die jungen Patienten der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des halleschen Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara können ab sofort in geeigneten Therapieräumen behandelt werden. Generalvikar Theodor Stolpe weihte am 11. Juli im Beisein von Krankenhausmitarbeitern und Gästen das neue Therapiezentrum der Klinik am Standort Barbarastraße ein. Chefärztin Ute Hausmann äußerte sich zufrieden mit den nun vorhandenen räumlichen Möglichkeiten für die 45 stationären und zehn teilstationären Patienten der Klinik. "Nicht nur die einzeltherapeutische Behandlung erfährt deutliche Verbesserungen, sondern auch der lang gehegte Wunsch, verstärkt gruppentherapeutisch arbeiten zu können, wird sich nun verwirklichen lassen", sagte Frau Hausmann.
So gebe es jetzt zum Beispiel einen schönen Raum für spieltherapeutische Behandlungen, der jedoch noch Einrichtungsgegenstände wie ein Puppenhaus und eine Modelleisenbahn benötige. Vielfältige sportliche Möglichkeiten eröffne die entstandene Turn- und Tobehalle, die aber auch von den Patienten des ebenfalls auf dem Krankenhausgelände befindlichen sozialpädiatrischen Zentrums genutzt werden soll. Zudem biete das aus einem ehemaligen Heizhaus für ein Armeegelände entstandene Zentrum reichlich Platz für die unterschiedlichsten Behandlungsmethoden.
Frau Hausmann äußerte die Hoffnung, es mögen sich bald Geldgeber finden, um auch den derzeit noch von Schuttbergen geprägten Platz neben dem Zentrum bald zu einem vielseitig nutzbaren Spiel- und Tobeplatz zum Beispiel mit Rad- und Rollschuhbahn umzugestalten. Entsprechende Möglichkeiten bestehen bislang für die Kinder und Jugendlichen, die sich oft für drei oder vier Monate in der Einrichtung aufhalten müssen, nicht.
In der Klinik werden manisch depressive oder Kinder mit Schizophrenie behandelt. Andere Kinder leiden unter chronischer Überforderung und Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule oder sind aufgrund anhaltend schwieriger familiärer Verhältnisse auffällig geworden. Bei der Behandlung werden zum Beispiel auch familientherapeutische Wege gegangen. Diese möchte Frau Dr. Hausmann nun künftig noch stärker ausbauen.

Der Geschäftsführer der Trägerin des Krankenhauses, der Katholischen Wohltätigkeitsanstalt zur heiligen Elisabeth, Stephan Schwarte, dankte der Ministerin für Arbeit, Frauen, Gesundheit und Soziales, Gerlinde Kuppe (SPD), für die Bereitschaft, neben den großen Investitionen am Standort Elisabeth-Krankenhaus in der Mauerstraße auch die Errichtung des Therapiezentrums erheblich mitzufinanzieren. Die Förderung von 4,8 Millionen Mark sei so bemessen, dass für die Trägerin über die Kosten für den Grundstückserwerb von 1,1 Millionen Mark hinaus keine weiteren Mittel aufzubringen waren.

Ministerin Kuppe lobte das Engagement des Klinikpersonals zum Wohl der jungen Patienten. Das neue Gebäude werde dazu beitragen, "die hohen Behandlungsansprüche des Krankenhauses" nun auch räumlich möglich zu machen. Leider sei es im Land "noch nicht gelungen, eine ausreichende ambulante Versorgung im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie aufzubauen", beklagte die Ministerin. Frau Kuppe dankte der Klinikleitung auch dafür, dass sie seit dem vergangenen Jahr fünf Plätze für drogenabhängige Jugendliche (neun bis 18 Jahre) vorhält, was "sehr zur Entspannung der Situation in der Stadt Halle" beigetragen habe.

Als die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Halle 1993 ohne Träger dastand, übernahm das St.-Barbara-Krankenhaus die Einrichtung, erläuterte Schwester Dominika, Pflegedirektorin im Standort St.-Elisabeth-Krankenhaus dem Tag des Herrn. Damals konnten ein unmittelbar am St.-Barbara-Krankenhaus befindliches Gebäude an der Straße und eine ehemalige Färberei erworben werden. Ein sozialpädiatrisches Zentrum und die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie wurden hier untergebracht, die jedoch von Anfang an unter beengten Verhältnissen arbeiten musste. Außerdem wurde eine psychiatrische Tagesklinik mit zehn Plätzen eingerichtet. Bereits damals war die Notwendigkeit einer Turn- und Tobehalle und weiterer Räume klar. 1997 erwarb die Katholische Wohltätigkeitsanstalt zur heiligen Elisabeth von der Bundesvermögensverwaltung einen Teil der benachbarten Kaserne einschließlich des Heizhauses. Dieses Gebäude wurde nun in 14-monatiger Bauzeit unter Federführung des Architekturbüros Angelika Erz und Mitarbeitern zum Therapiezentrum umgestaltet.

Derzeit befinden sich am Standort Barbarastraße noch vier weitere Abteilungen des katholischen Krankenhauses. Mit Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts am Standort Mauerstraße Ende 2001 sollen die Stationen für Gynäkologie und Geburtshilfe dorthin umziehen. Zu einem späteren Zeitpunkt werden in das sanierte alte Elisabethkrankenhaus Pädiatrie und Kinderchirurgie folgen. Einstweilen ist die Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Frau Dr. Hausmann, durchaus zufrieden über die Kontakte und räumliche Nähe ihrer kranken Kinder und Jugendlichen zu den Patienten der anderen Abteilungen der Einrichtung. Dies hilft ein wenig die Schwelle abzubauen, psychiatrische Therapie in Anspruch zu nehmen, sagt sie.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 29 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 19.07.2001

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