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Bistum Görlitz

Nachruf

Pfarrer Dr. Paul Schimke gestorben

Am 22. Juli starb nach längerer, schwerer Krankheit in Pehritzsch bei Leipzig der Priester des Bistums Görlitz Geistlicher Rat Dr. jur., Dr. rer. pol. Paul Schimke.

Geboren am 18. April 1915 im oberschlesischen Leobschütz, beendete er 1934 seine Schulbildung mit dem Abitur an der städtischen Oberrealschule in Schlochau, ehemalige Provinz Posen-Westpreußen. Das Studium der Rechtsund Staatswissenschaften an der Universität Breslau ab 1934 beendete er mit der Juristischen Staatsprüfung und der Großen Staatsprüfung 1941. Am 18. Mai 1940 wurde er zum Doktor der Rechtswissenschaften und am 28. September 1940 zum Doktor der politischen Wissenschaften promoviert. Nach einer Tätigkeit als Leiter der Konzern-Rechtsabteilung der Bergwerkgesellschaft Georg von Giesche’s Erben in Breslau meldete er sich 1942 in Breslau zum Theologiestudium an. 1942 wurde er zur Deutschen Wehrmacht einberufen, so dass er das Studium erst 1945 in Eichstätt fortsetzen konnte. Nach der Priesterweihe am 20. März 1949 in Neuzelle war Dr. Schimke von 1949 an Kaplan in Görlitz, Heilig Kreuz, von 1950 bis 1951 in Görlitz, St. Jakobus. 1952 wurde er Pfarrvikar in Guben und von 1953 bis 1956 Kuratus in Stalinstadt, wo er in der so genannten "ersten sozialistischen Stadt der DDR" trotz immenser Repressalien seitens der staatlichen Behörden Christen sammelte, um eine katholische Gemeinde zu begründen. Von 1956 bis 1965 war der Verstorbene freier wissenschaftlicher Mitarbeiter im Lektorat des St. Benno-Verlages in Leipzig und seelsorglich im Bistum Meißen tätig. Seit 1965 war Pfarrer Dr. Schimke wieder als Seelsorger in der Pfarrei Görlitz, St. Jakobus, und als Konsistorialassessor beim Konsistorium des Erzbischöflichen Amtes Görlitz tätig. Daneben erfüllte er diverse Beauftragungen seitens der Berliner Ordinarienkonferenz und des St. Benno-Verlages. 1974 wurde Dr. Schimke in den Ruhestand versetzt.

Als "Ruheständler" war er über viele Jahre Herausgeber des "Theologischen Bulletins" und der Zeitschrift für das geistliche Leben "Wort und Leben". Wegen all dieser Tätigkeiten stand Dr. Schimke unter ständiger Beobachtung durch das Ministerium für Staatssicherheit. Nach der Wende gründete er in Pehritzsch bei Leipzig, wie zuvor in Zwochau, ein Bildungshaus, in dem er Kurse für Akademiker und Studenten aus den GUS-Staaten der früheren Sowjetunion organisierte und leitete. Im Jahre 1995 verlieh der Bischof von Görlitz Dr. Schimke den Titel eines Geistlichen Rates. Mit seinem Tod verliert das Bistum Görlitz einen Priester, der über Jahrzehnte die Geschichte der Kirche von Görlitz und der Mitteldeutschen Diaspora mit geprägt hat. Requiescat in pacem!

Hubertus Zomack, Generalvikar

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 30 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 28.07.2005

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