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Bistum Dresden-Meißen

Tag der hundert Päpste

Kinderwallfahrt in Wechselburg

Petrus, der erste Papst: Jule, die gemeinsam mit Stefan die Kinderwallfahrt moderierte, eröffnete den Reigen der Päpste, die sich jeweils ein paar Meter auf der Sänfte tragen lassen durften. Jugendliche aus der Pfarrei Altenburg hatten die Sänfte gebaut und stellten auch die Träger. Fotos: Dorothee Wanzek

Wechselburg - Mehr als 700 Mädchen und Jungen aus dem ganzen Bistum bewegten sich bei der Kinderwallfahrt am 20. Juli auf den Spuren des ersten Papstes.

Auf den heiligen Petrus stießen die Kinder in Wechselburg auf Schritt und Tritt. In der Wallfahrtsmesse erklärte ihnen Weihbischof Georg Weinhold, was sie sich bei dem Apostel abgucken könnten: Der Bischof ermutigte die Wallfahrer, Christus mit Begeisterung nachzufolgen. Sie müssten nicht perfekt und stark sein, um im Alltag auf ihre Weise Jesus zu bezeugen. Stattdessen könnten sie darauf vertrauen, dass Gott ihnen wie Petrus in den entscheidenden Augenblicken die nötige Kraft geben werde.

Hähne, Schlüssel und andere Petrus-Symbole

Nach dem Gottesdienst riefen verschiedene Bastel- und Spielstationen ins Gedächtnis, was die Bibel über Petrus überliefert: So konnten die Kinder unter anderem in Erinnerung an seine dreimalige Verleugnung Christi Gipshähne bemalen. Ein paar Meter weiter warteten Schlüssel und kleine "Felsen" darauf, verziert zu werden, inspiriert von dem Auftrag, den Petrus von Jesus bekam, ("Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen … Ich werde dir den Schlüssel des Himmelreichs geben"). Der Beruf des Heiligen hatte die Fantasie des Wallfahrts-Vorbereitungsteams um Kinderreferentin Regina Schulze besonders angeregt. Mit Begeisterung nahmen die Kinder das Angebot an, Fische in allen Formen und Farben zu basteln. In langen Schlangen warteten sie darauf, beim Wett-Angeln mitmachen zu können.

"Vor Gott sind wir alle gleich"

Doch nicht nur Petrus, auch seine 264 Nachfolger im Papstamt waren auf dem Wallfahrtsgelände anzutreffen. Ebenso viele Lose mit den Namen aller bisherigen Päpste hatten Jugendliche aus Altenburg am Ende der Messfeier verteilt. Bis zur Abschlussandacht wurde ein Papst nach dem anderen ausgerufen. Wer das Los mit dem entsprechenden Namen gezogen hatte, bekam eine weiße Mitra aufgesetzt, einen dicken Ring angesteckt und durfte sich so während seines zumeist recht kurzen Pontifikats zum Vergnügen des restlichen Kirchenvolks auf einer Sänfte herumtragen lassen.

Mit Sergius II., dem 101. Nachfolger des heiligen Petrus, brach die Reihe der Päpste ab. Er wurde auf der Sänfte in die Basilika getragen. "Jetzt komm runter, wir wollen beten, und vor Gott sind wir alle gleich!", forderte die Altenburgerin Jule, die durch das Programm führte, den letzten Papstdarsteller auf.

Es folgten Augenblicke, in denen man die sprichwörtliche Stecknadel hätte fallen hören können. Ein schlichter Tanz von Mädchen aus Altenburg und Schmölln, begleitet von der Musik der Band aus Gera, und wohlriechender Weihrauch, der aus offenen Schalen vom Altar aus emporstieg, lenkte die Aufmerksamkeit der Kinder auf die eucharistische Anbetung. In einem Gebet ging manchem der Wallfahrer ganz neu auf, was er zuvor schon häufiger im Religionsunterricht oder in der Predigt gehört hatte: "Jesus, du bist jetzt wirklich hier unter uns …"

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 30 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 28.07.2005

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