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Familienähnliche Atmosphäre

Aschersleben: Neues Altenpflegezentrum setzt auf Hausgemeinschaften

Mittelpunkt jeder Hausgemeinschaft ist ein großer Küchen- und Wohnraum mit Esstisch in der Mitte. Auf dem Foto: Schwester Ance gemeinsam mit zwei Seniorinnen des Wohnbereichs

Aschersleben - Seit Dezember gibt es in Aschersleben das Altenhilfezentrum St. Antonius. In dem direkt am Rathaus gelegenen Komplex leben 30 von insgesamt 50 alten Menschen in drei Hausgemeinschaften. Weitere Senioren haben eine der 25 altersgerechten Wohnungen bezogen.

Es zählt zur vierten Generation von Pflegeheimbauten, das Altenpflegezentrum St. Antonius in Aschersleben. "Unsere Wohnoder Hausbereiche sind familienartig organisiert und weitgehend eigenständig. Jeder der alten Menschen hat eine feste Bezugsperson, was für Demenzkranke sehr wichtig ist", sagt Ordens- und Krankenschwester Ance, die in einem der Hausbereiche arbeitet.

Im Altenhilfezentrum St. Antonius gibt es drei solcher Bereiche, in denen je neun oder zehn demenzkranke Menschen wohnen. Bis zu 21 körperlich stark pflegebedürftige Senioren leben in einem weiteren Bereich.

"Mittelpunkt jeder Hausgemeinschaft ist ein großer Küchenund Wohnraum, in dem sich die Senioren, die aufstehen können, viel aufhalten", sagt Schwester Ance. Während des Tages werden die alten Menschen durch das Personal – quasi eine Art Familienmutter – in die alltäglichen Abläufe, die jeder Wohnbereich allein bestreitet, eingebunden. Pflege und Therapien stehen dadurch weniger im Mittelpunkt, das alltägliche Leben mehr im Vordergrund, zumal auch die Institution "Altenpflegezentrum" bewusst im Hintergrund bleiben will.

"Die Frauen kochen mit, backen Kuchen, waschen ab, es gibt einen Tag zum Wäschewaschen", erzählt Verwaltungsleiterin Heidrun Weimar. Männer, die handwerklich geschickt waren, helfen dem Hausmeister. "Wäschewaschen, Kochen, handwerkliche Arbeiten" sind für die Bewohner Tätigkeiten, die sie über Jahrzehnte ausgeübt haben. Wenn sie diese bei uns praktizieren, trägt dies zu ihrer seelischen Stabilisierung bei", sagt Schwester Ance. Machbar ist dies, weil in den Spitzenzeiten am Morgen und am Abend durch Teilzeitarbeit zusätzlich Personal zur Verfügung steht – im gesamten Zentrum acht Mitarbeiter mehr als nach herkömmlichem Personalschlüssel möglich ist.

"Wie das Altenhilfezentrum als ganzes wird auch das Café Anton als Kontaktstelle in die Stadt gut angenommen", sagt Frau Weimar. Hinzu komme die gute Einbindung in die Gemeinde.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 29 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Samstag, 23.07.2005

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