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Bistum Magdeburg

EU-Projekt: Lernpartnerschaft

Teilnehmer aus den (Erz-)Diözesen Kaisiadorys, Gniezno und Magdeburg zogen Zwischenbilanz

Katechetin Waltraudt Kraft (rechts im Bild) stellt beim Austauschtreffen im litauischen Birstonas die katechetische Methode nach Franz Kett vor, bei der viel mit farbigen Tüchern, Perlen und Naturmaterialien gearbeitet wird.

Magdeburg - Seit 2004 arbeiten Bildungsverantwortliche der litauischen Diözese Kaisiadorys, des polnischen Erzbistums Gniezno und der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Sachsen-Anhalt an einem EU-Projekt zur Vermittlung christlicher Werte. Jetzt wurde Zwischenbilanz gezogen.

"Wir haben es geschafft, als Vertreter dreier ganz unterschiedlicher Einrichtungen, mit unserem je eigenen gesellschaftlichen und kirchlichen Hintergrund und trotz Sprachbarrieren intensiv ins Gespräch zu kommen. Wir wollen dies unbedingt fortsetzen", sagt Projektleiterin Sabina Lenow von der KEB, Außenstelle Halle. Und: "Das ist ein Erfolg, ein Beitrag für das Zusammenwachsen in Europa und für ein vertieftes Miteinander zwischen unseren Partnerdiözesen."

Die Lernpartnerschaft "Vermittlung christlicher Werte im europäischen Vergleich" wurde vor einem Jahr ins Leben gerufen. Mit der Initiative soll Europa als Wertegemeinschaft – nicht nur als Wirtschaftsgemeinschaft – in den Blick genommen und der Frage nachgegangen werden, welchen Beitrag kirchliche Bildungseinrichtungen und jeder einzelne Christ dazu leisten können. Dazu wollen die Teilnehmer Formen der Wertevermittlung in den beteiligten Ländern untersuchen und Erfahrungen austauschen.

"In einem ersten Schritt haben wir uns jeweils auf nationaler Ebene mit Fragen der Wertevermittlung auseinandergesetzt", sagt Frau Lenow. "So wurde in Magdeburg bei einem Treffen der KEB-Bildungsbeauftragten mit dem Erfurter Moraltheologen Josef Römelt über den zentralen Wert menschlichen Lebens anhand der Problematik um Spätabbrüche der Schwangerschaft und Sterbebegleitung / Sterbehilfe nachgedacht." In Gniezno (Gnesen) ging es zum Beispiel mit Religionslehrern um Möglichkeiten und Grenzen der Vermittlung christlicher Werte in der Katechese. Und in Kaisiadorys wurde im Blick auf die Wertevermittlung mit biblischen Texten gearbeitet.

Bei zwei Austauschtreffen mit allen Projektteilnehmern in Gniezno und später im litauischen Birstonas stand die Bedeutung christlicher Werte für das Zusammenwachsen in Europa und ihre Vermittlung im Zentrum. Dabei wurde von deutscher Seite die Wertevermittlung nach dem Marchtaler Plan und die Methode nach Franz Kett vorgestellt. "Bei allen Überlegungen wurde deutlich: Neben der Methode, mit der Werte vermittelt werden, kommt es ganz wesentlich darauf an, Räume zu eröffnen, in denen Werterfahrungen gemacht werden können ", sagt Frau Lenow.

Als Ergebnis des ersten Projektjahres ist ein dreisprachiges Informationsheft über das Projekt und seine Teilnehmer entstanden. In Kürze soll es zudem eine Internetpräsenz geben, auf der kontinuierlich über die Projektarbeit berichtet wird.

Im zweiten Projektjahr ist geplant, den Erfahrungsaustausch über Hospitationen und Praktika zu intensivieren. Dabei sollen Zweier-Teams jeweils in einem der Partnerländer Gemeinden, Schulen und Erwachsenenbildungs- Einrichtungen und deren konkrete Arbeit kennen lernen. Zwei Katecheten aus dem Bistum Magdeburg werden zum Beispiel im Religionsunterricht an polnischen Schulen hospitieren. Ein Austauschtreffen aller an der Lernpartnerschaft Beteiligten soll dann den Abschluss bilden.

Bislang sind an dem Projekt Vertreter des Katechetischen Zentrums Kaisiadorys, des Katechetischen und Schulamtes der Erzdiözese Gniezno und der KEB beteiligt. Vertreter aus der tschechischen Diözese Hradec Králové sollten ebenfalls teilnehmen, bekamen bislang aber nicht die Förderung bewilligt. Das französische Bistum Le Mans konnte aus zeitlichen und personellen Gründen nicht mitarbeiten. Gefördert wird das Projekt über die "Aktion Grundtvig – Allgemeine Erwachsenenbildung" innerhalb des Sokrates-Programms der EU.



Infos

Kontakt: Sabina Lenow,
KEB Außenstelle Halle, Tel. (0345) - 52 20 023; E-Mail: kebhalle@keb-sachsen-anhalt.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 28 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 14.07.2005

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