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Bistum Görlitz

Die Seele baumeln lassen

Sommer-Seniorenfreizeit in Jauernick bot auch in diesem Jahr ein umfangreiches Programm

Wo der Chef noch selbst bedient: Hausleiter Joachim Rudolph packt bei der Bewirtung der Gäste kräftig mit an. Foto: Raphael Schmidt

Jauernick (rs) - "Wollen Sie einen Kaffee trinken, etwas essen ?" – schon stellt Simone Drescher, langjährige Mitarbeiterin im St.-Wenzeslaus- Stift, ein Gedeck mehr auf den Frühstückstisch.

Gastfreundschaft wird hier groß geschrieben. Und Hausleiter Joachim Rudolph packt schon mal selbst mit an, wenn es darum geht, die Gäste zu bewirten. Eine Busreisegruppe, ein Ehepaar aus Rostock und eine Seniorengruppe, die eine Woche lang "Ferien mit Gott" machen wollte, sind vom 4. bis 11. Juli zur Seniorenfreizeit ins St.-Wenzeslaus-Stift nach Jauernick gekommen.

Maria Blachnick (81) aus Zwickau, hat von diesem Angebot im TAG DES HERRN gelesen und es nicht bereut, sich angemeldet zu haben. "Alle Tage sind wir unterwegs, wir haben schon viel gesehen. Das hier kann ich jedem nur empfehlen", so Margarete Welzel aus Calau, die zum dritten Mal ihren Urlaub in Jauernick verbringt.

Nahezu jeden Tag stand ein Ausflug auf dem Programm. Ziele waren neben einem Kunsthandwerkermarkt die Hoffnungskirche in Görlitz, das ehemalige Franziskanerkloster und die Wallfahrtskirche Haindorf oder der Wallfahrtsort und das Dominikanerkloster Deutsch-Gabel in Tschechien. Dieses Kloster war besonders für Edgar Nawroth (94) ein Höhepunkt des Urlaubs. Er ist Dominikanerpater, lebt in Vechta, wurde in Görlitz geboren und kehrt immer wieder zurück.

"Meine Beziehungen zu Jauernick sind alt, ich bin jedes Jahr hier." Neben dem Programm – dazu gehörte auch ein Filmabend sowie Basteln und Gestalten mit Gabriela Rudolph, der Frau des Hausleiters, die in ihrer Freizeit auch die Wände des Hauses gestaltet hat – war viel Zeit, um "die Seele baumeln zu lassen". Manch einer erinnerte sich, wie es früher war. "Damals mit den Kindern, da konnten wir nicht verreisen, aber die paar Jahre, die der Herrgott noch schenkt, die wollen wir noch nutzen", so Maria Blachnik. Ein anderer Teilnehmer bekam die Reise von seinen Kindern geschenkt – für ihn ein unvergessliches Erlebnis und eine gute Idee, Schenken in christliche Gastfreundschaft umzuwandeln. So wie es auf dem Einband eines Gästebuches steht: "Das ist der Gastfreundschaft tiefster Sinn, dass einer dem anderen Rast gebe auf dem Weg nach dem ewigen Zuhause."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 28 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 14.07.2005

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