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Bistum Görlitz

Charismen entdecken

Bischof Müller feiert Goldenes Priesterjubiläum

Bischof Rudolf Müller

Görlitz - Er war einer der jüngsten Weihekandidaten. Mit gerade 24 Jahren wurde der heutige Bischof des Bistums Görlitz, Rudolf Müller, zum Priester geweiht. An diesem Sonntag ist das 50 Jahre her.

Die Gläubigen schätzen seine Offenheit, Geradlinigkeit und seine Volksnähe. Rudolf Müller scheint für jeden ein offenes Ohr zu haben: Ein Bischof zum Anfassen eben. "Dabei bin ich nie Pfarrer gewesen", bedauert er heute ein wenig. Dennoch hat er die Beziehungen zu den Menschen in den Gemeinden nicht verloren. Das spürt man immer wieder, wenn er bei Firmungen oder Visitationen zu Besuch ist. "Geprägt war mein priesterliches Leben vor allem durch die Sonderseelsorge", meint Rudolf Müller im Rückblick.

Nach Kaplansjahren in Wittichenau, Hoyerswerda und Görlitz war er in der Neißestatdt für die Studentenseelsorge zuständig. Von 1964 bis 1972 leitete er das Görlitzer Katechetenseminar, um engagierte Christen für die ehrenamtliche Arbeit in den Gemeinden zu rüsten, eine Zeit, die ihn, wie er sagt, sehr geprägt hat. Der Apostolische Administrator der Diözese Görlitz, Bischof Bernhard Huhn, holte ihn dann als Leiter des Seelsorgeamtes ins Bischöfliche Ordinariat. Als Ordinariatsrat war das aber nicht seine einzige Aufgabe. "Einige Bereiche, die nicht direkt etwas mit der Verwaltung zu tun hatten, übernahm ich mit", erinnert er sich. Dazu gehörte das Amt des Diözesan-Kirchenmusikpflegers, die Ökumene oder die Betreuung der angehenden Priester des Bistums. Das hat ihm den Beinamen "Allzweck-Müller" eingetragen.

Er solle jetzt aber nicht nebenbei Weihbischof sein, meinte scherzhaft ein Mitbruder, als er Rudolf Müller am 1. Juli 1987 zur Bischofsweihe gratulierte. "Ein heißer Tag", erinnert sich Müller. Als die Apostolische Administratur Görlitz 1994 zum Bistum erhoben wurde und Bischof Bernhard Huhn in den Ruhestand ging, übernahm Rudolf Müller die Leitung. Seitdem hält er das Geschick der Katholiken an Neiße und Spree in der Hand. Ob er diesen Weg ein zweites Mal gehen würde? "Priester würde ich wieder werden", sagt Bischof Müller.

Aber ein bisschen liebäugelte er immer mit dem Benediktinerorden, den er besonders durch seine Liebe und Begabung zur Kirchenmusik schätzen gelernt hat. Im Wappen des Bischofs sind fünf Orgelpfeifen abgebildet. Den Gemeinden wünscht er vor allem den Mut, ihren Glauben vor der Welt zu bekennen und ihre unterschiedlichsten Charismen zu entdecken.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 28 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 14.07.2005

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