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Bistum Görlitz

Die Heiligen sind zurück

Ausstellung in Lübben informiert über Heiligenverehrung in der Region

Der heilige Pankratius hat in der Niederlausitz besondere Bedeutung. Foto: Matthias Holluba

Lübben (mh) - 1000 Jahre Christentum ist das Thema des Brandenburger Kulturlandjahres 2005. Viele Veranstaltungen beschäftigen sich mit der Geschichte des Christentums in der Region. In Lübben informiert eine Ausstellung über die Heiligenverehrung in der Niederlausitz.

Pankratius und Nikolaus, Maria und Katharina sind für ein paar Wochen zurückgekehrt in ihre Heimat. Ein Dutzend Heiligenfiguren sind in der Ausstellung im Lübbener Schlossmuseum vereint. Einst standen sie in den Kirchen der Region, heute sind sie in Museen und Sammlungen in Berlin, Dresden, München oder Zielona Gora in Polen zu sehen.

Der Höhepunkt christlicher Heiligenverehrung in der Niederlausitz erstreckt sich über etwa vier Jahrhunderte – von der Christianisierung bis zur Reformation. Das Christentum kam in die Region durch die Slawenmission der sächsischen Könige im zehnten und durch die Siedlungstätigkeit weltlicher Herren und Klöster im zwölften Jahrhundert. Dabei war die Akzeptanz des Christentums ein langwieriger Prozess. Ganze Gebiete gingen der Kirche nach ersten Missionserfolgen auch wieder für Jahrhunderte verloren. Dauerhaften Bestand hatte das Christentum erst mit der Gründung der Klöster, zu denen Neuzelle (1268) und – als bedeutendstes Kloster der Region – Dobrilugk (1165) gehören.

Das einzige aussagekräftige Zeugnis über die Heiligenverehrung in der Niederlausitz ist das Haushaltsbuch des Meißner Bischofs Johann von Saalhausen von 1495. Hier werden die Patrone von 444 Kirchen der Region aufgeführt. Deren Untersuchung brachte Interessantes zu Tage: Es waren vor allem Frauen, denen sich die Menschen in der Niederlausitz anvertrauten. Fast ein Fünftel aller Kirchen hatte Maria zur Patronin. Daneben waren Anna (30), Barbara (18) und Katharina (12) von besonderer Bedeutung. Die beliebtesten männlichen Heiligen waren Fabian (22), Sebastian (22) und Nikolaus (20). Dass Maria eine herausragende Rolle spielt, ist dem Wirken der Zisterzienser in der Region zu verdanken. Deren Gründer – Bernhard von Clairvaux – gilt als Wegbereiter der Marienmystik. Jede seiner Klosterkirchen hatte als erste Patronin Maria.

Ein weiterer wichtiger Heiliger ist Pankratius, der Sohn einer römischen Adelsfamilie, der 14-jährig der Christenverfolgung zum Opfer fiel. Für die Niederlausitz wurde er wichtig, weil Karl IV. der Stadt Luckau eine Reliquie schenkte. Heiligenreliquien waren im Mittelalter bedeutende Tourismusfaktoren. Einen Teil seiner Bedeutung als wichtigste Stadt der Lausitz in dieser Zeit verdankt Luckau auch dem heiligen Pankratius.


Informationen


Die Ausstellung war bis zum 9. Oktober 2005 geöffnet (Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr).
Infos im Internet: www.luebben.de

Der heilige Nikolaus, aus Schokolade und mit Stab und Mitra... Auf der Geschenkverpackung finden Sie ein paar Informationen zu seiner Person und eine Legende.
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 27 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 08.07.2005

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