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Weltjugendtag regional

40-tägige Fußwallfahrt von Dresden nach Köln

Dresden (kpi/tdh) - Mit dem Beginn einer 40-tägigen Fußwallfahrt von Dresden nach Köln fällt am 8. Juli der Startschuss zur heißen Phase in der Vorbereitung des Weltjugendtags in Deutschland.

"Kreuzspuren" heißt das Leitwort der Fußwallfahrt von Dresden nach Köln, bei der mehrere Hundert junge Menschen sich auf den Weg machen und das 3,80 Meter hohe und 31 Kilogramm schwere Weltjugendtagskreuz 750 Kilometer quer durch Deutschland tragen. Am 16. August werden sie ihr Ziel erreichen. Die Strecke wird sie von Dresden über Leipzig, Merseburg, Erfurt, Eisenach und Marburg nach Köln führen.

"Die Motive der jugendlichen Pilger aus allen Teilen Deutschlands sind unterschiedlich. Sie wollen auf diesem Weg neue Erfahrungen sammeln, fremden Menschen begegnen und zu sich selbst und zu Gott finden", berichtet Markus Hoffmann vom Dresdner Vorbereitungsteams des Weltjugendtages. "Ein Teilnehmer erzählte mir, dass der Reiz für ihn darin bestehe, dass er auf dem Pilgerweg aus dem viel zu schnellen Alltag mit all seinen Verpflichtungen, Terminen und der täglichen Hektik herauskommen möchte – und die Langsamkeit neu entdecken will. Diese Möglichkeit sieht er beim Pilgern: Die Langsamkeit beim Gehen sei für ihn die Möglichkeit, Dinge intensiver zu erleben und die auf dem Weg gesammelten Eindrücke zu verarbeiten."

30 Bischöfe gehen mit den Pilger mit

Unterwegs werden die Jugendlichen prominente Mitpilger haben: 30 deutsche Bischöfe haben zugesagt, jeweils ein Stück des Weges mitzugehen. So werden der Dresdner Bischof Joachim Reinelt und der Görlitzer Bischof Rudolf Müller die erste Etappe bis Weinböhla dabei sein. Bischof Reinelt begleitet die Jugendlichen auch auf der zweiten Etappe nach Meißen. Am 17. Juli ist der Magdeburger Bischof Gerhard Feige zwischen Roßbach und Freyburg dabei. Der Erfurter Bischof Joachim Wanke wird am 22. Juli von Buttelstedt nach Niederzimmer mitpilgern, der emeritierte Erfurter Weihbischof Hans-Reinhard Koch einen Tag später von Niederzimmern nach Erfurt.

"Eine Pilgerreise, vor allem zu Fuß, bringt viel Unvorhergesehenes und vielfältige, zum Teil abenteuerliche Erlebnisse mit sich", sagt Markus Hoffmann. "Es kann nicht alles wie zu Hause im Voraus geplant und fixiert werden. Die Aufmerksamkeit des Pilgers wird auf die Gegenwart, statt auf die Vergangenheit oder Zukunft gerichtet. Es ist die Erfahrung, im Hier und Jetzt zu leben, das Sich- Einlassen auf Einfachheit und Ursprünglichkeit. Nicht zufällig wird Pilgern auch bezeichnet als: ,Beten mit den Füßen und dem ganzen Körper‘ bezeichnet."

Der Pilgerweg knüpft an das Motiv der Heiligen Drei Könige an: "Wir sind gekommen, um IHN anzubeten" – unter diesem Zitat der Sterndeuter aus dem Matthäus-Evangelium steht der XX. Weltjugendtag in Köln. Wie die Weisen dem Stern folgend im Osten aufbrachen, um schließlich den wahren König der Welt anzubeten, führt jetzt der Pilgerweg die Jugendlichen von Osten nach Westen.

Auf den Spuren alter Pilgerpfade

Die jugendlichen Wallfahrer bewegen sich auf alten Pilgerpfaden. Das erste Teilstück von Dresden bis Vacha folgt dem Ökumenischen Pilgerweg entlang der Via Regia. Von Vacha bis Köln führen der Elisabeth-Pfad und der Jakobsweg. Untergebracht werden die Teilnehmer ganz in der alten Pilgertradition: Viele katholische und evangelische Gemeinden, aber auch Vereine und Kommunen entlang des Weges haben sich bereit erklärt, sie für eine Nacht zu beherbergen. Markus Hoffmann: "Schon bei den Vorbereitungen war bei allen nach Unterstützung angefragten Organisationen und Personen eine sehr große Offenheit und Hilfsbereitschaft zu spüren, nicht nur bei den Pfarreien. Auch die meist ehrenamtlichen Bürgermeister von kleinen Gemeinden, in denen es keine Kirchgemeinde im Ort gibt, unterstützen die Wallfahrt, wo es ihnen möglich ist." Deutlich geworden sei aber auch die Diasporasituation in Ostdeutschland: "In vielen Pfarreien gibt es kaum noch Jugendliche, weil viele nach der Ausbildung ihre Heimat auf der Suche nach Arbeit verlassen."

Die Wallfahrt ist untergliedert in acht fünftägige Etappen, an denen sich jeweils bis zu 50 Personen zwischen 18 und 30 Jahren beteiligen. "Tagesgäste" sind herzlich willkommen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 27 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 08.07.2005

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