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Bistum Görlitz

Vor allem Gefühle des Dankes

Przemyslaw Slyszko war zwei Jahre Kaplan in Görlitz, jetzt geht er in sein Heimatbistum zurück

Pfarrer Przemyslaw Slyszko

Görlitz - Immer höflich, zuvorkommend, bescheiden. So kennen ihn die Gläubigen der Görlitzer Gemeinden. Jetzt wird der polnische Kaplan Przemyslaw Slyszko Pfarrer in seinem Heimatbistum Legnica (Liegnitz).

Der junge Priester war überrascht, als sein damaliger Bischof Tadeusz Rybak ihn fragte, ob er nach Deutschland gehen wolle. Trotz Bedenken nahm er die Aufgabe mit Mut und Zuversicht an. Dass er sprachlich nicht so ganz fit war, wusste er. Dafür hat er sich oft entschuldigt. Und das hat man ihm auch nachgesehen.

Zwei Jahre lang betreute er die Gemeinden in Görlitz mit, kümmerte sich vor allem um die Jugend- und Kinderarbeit. Am vergangenen Sonntag wurde er in der Heilig-Kreuz-Kirche verabschiedet. "Jetzt will ich noch ein paar Tage Urlaub machen, ehe es in der neuen Gemeinde losgeht."

Der Geistliche sieht vor allem mit Dankbarkeit auf die Zeit in Deutschland zurück, wo so vieles anders ist als in seiner Heimat. "Das Bistum Görlitz hat mich wohlwollend aufgenommen, ich bin vielen zu Dank verpflichtet." Unvergessen seien für ihn eine Reise mit Altbischof Bernhard Huhn in dessen Heimatstadt Liegnitz, die Konvente mit den Mitbrüdern oder die herzliche Aufnahme der Christen bei häuslichen Treffen wie dem Rosenkranz-Gebetskreis.

Slyszko war nicht nur Seelsorger, sondern konnte auch vermitteln. Er organisierte zum Beispiel Treffen zwischen deutschen und polnischen Christen und war zur Stelle, wenn es darum ging, mal eben etwas zu übersetzen. Zum Abschied besucht der frisch gebackene Pfarrer das Ordinariat in Görlitz, bringt Blumen für den Bischof, den Generalvikar und seinen Stellvertreter mit. Er möchte keinen vergessen. "Ich will allen danken für die Hilfe, die sie mir erwiesen und für die Zeit, die sie mir geschenkt haben."

Aber auch das Bistum ist froh, dass es ihn gehabt hat. "Die polnischen Christen haben uns in schwieriger Zeit unterstützt. Auch ein sichtbares Zeichen dafür, wie gut unsere Zusammenarbeit inzwischen funktioniert", meint Bischof Rudolf Müller.

Dabei wird Przemyslaw Slyszko seinen "deutschen Schäfchen" nicht ganz verloren gehen. Seine neue Stelle ist die St.-Barbara- Gemeinde in Wojueszyce, rund 80 Kilometer von Görlitz entfernt. Und er hofft, dass ihn der eine oder andere aus Deutschland mal besucht. "Ich lade euch alle ein", so Pfarrer Slyszko.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 25 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 26.06.2005

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