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Bistum Magdeburg

Lebendige Kirche im Geiseltal

Kirchweihjubiläum in Langeneichstädt wurde zum ersten Gemeindefest des Gemeindeverbundes

Festgottesdienst in der geschmückten St.-Bruno-Kirche. Foto: E. Pohl

Langeneichstädt - Das Jubiläum der einen Gemeinde wurde zum Fest des gesamten Gemeindeverbundes: Gemeinsam feierten die katholischen Christen aus den fünf Gemeinden rund um den Geiseltalsee am Sonntag das Fest der Kirchweihe in Langeneichstädt vor 50 Jahren als ihr erstes gemeinsames Gemeindefest.

"Wir sind viele ältere, aber auch eine Reihe jüngerer Gemeindemitglieder. Deshalb macht mir das Gemeindeleben hier viel Spaß, seit ich 1978 nach Langeneichstädt geheiratet habe", sagt Bernhard Kaminski (50). Dass für die Kuratie Langeneichstädt nach dem Zusammengehen mit Bad Lauchstädt in den 90-ger Jahren nun die Bildung des Gemeindeverbundes "Geiseltalsee" bevorsteht, macht den Wahl- Langeneichstädter nicht bange. "Wir haben als kleine Gemeinde keine Angst, dass wir untergehen. Im Gegenteil: Seit wir mit Bad Lauchstädt eine Seelsorgeeinheit sind, ist das Gemeindeleben richtig aufgeblüht", sagt Kirchenvorstandsmitglied Kaminski. Schließlich sei dies eine Chance, vieles gemeinsam zu machen, etwa in der Jugendarbeit oder der Gemeinde-Bildungsarbeit.

Die froh machenden Seiten stellte auch Bischof Gerhard Feige in seiner Predigt heraus. "Lasst uns feiern: Die Kirche ist nicht totzukriegen", rief er der Gemeinde zu. Auch wenn die St.-Bruno-Kirche nicht immer so voll sei, gäbe es Grund, dankbar auf die 50 Jahre seit ihrer Weihe zurückzuschauen. Denn sie könnte nach den vielen Jahren atheistischer Indoktrination auch ganz leer sein. "Gott hat die Gemeinde getragen", so Feige. Auch in den letzten 15 Jahren sei es nicht leichter geworden, Christ zu sein, fuhr der Bischof fort. So habe zum Beispiel seit drei Jahren im Bistum kein Priesteramtskandidat sein Studium begonnen, die Gemeinden brauchten aber Hauptamtliche. Der Bischof rief dazu auf, sich als Christen "mit engagierter Gelassenheit in die Gesellschaft einzumischen" und deutlich zu machen, dass es auschristlicher Sicht immer Grund zur Hoffnung gibt.

Pfarrer Wolfgang Funk hat schon eine Patronin für den Gemeindeverbund im Blick: Sankt Barbara, die Heilige der Bergleute, denn der Geiseltalsee war Braukohletagebau. Der hier jetzt angebaute Wein jedenfalls trägt schon ihren Namen.



Chronik - Auf dem Weg zum Gemeindeverbund Geiseltalsee
  • Vor 50 Jahren am 20. November 1955 Weihe der Kirche St. Bruno in Langeneichstädt. Die Gemeinde von Heimatvertriebenen, die bis dahin in der evangelischen Kirche St. Wenzel Messe feierte, erhält damit ein eigenes Gotteshaus. Ein Jahr zuvor hatte die Kuratie Langeneichstädt einen eigenen Seelsorger bekommen.
  • 1996: Bad Lauchstädt und Langeneichstädt bilden eine Seelsorgeeinheit. Der Pfarrer wohnt in Bad Lauchstädt. Ebenfalls eine Seelsorgeeinheit bilden die Geiseltalgemeinden Großkayna, Braunsbedra- Neumark und Mücheln. Der Pfarrer sitzt in Braunsbedra. Es wird eine Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen vereinbart.
  • 1997/98: Mit der Anstellung von Diakon Ronald Kensy wird die Zusammenarbeit intensiviert. Die Bildung einer pastoralen Einheit wird ins Auge gefasst und in vielerlei Hinsicht (RKW, Firmvorbereitung) realisiert.
  • 2001: Pfarrer Paul Schelenz geht in den Ruhestand. Pfarrer Wolfgang Funk (Braunsbedra) wird Pfarrer aller fünf Gemeinden. Er, Pensionär Schelenz und Diakon Kensy bilden mit vielen Ehrenamtlichen ein Seelsorgeteam.
  • 2004: Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte beschließen die Bildung eines Gemeindeverbundes aller fünf Gemeinden.
  • 2005: Da die Zahl der Gemeindemitglieder zu gering sei, empfiehlt die Steuerungsgruppe des PZG ein Zusammengehen mit Merseburg und Umgebung, zunächst aber als eigene Region "Geiseltalsee".
  • Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 24 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
    Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Samstag, 18.06.2005

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