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Bistum Erfurt

Das Leben Christus anvertrauen

Die Jugend des Bistums traf sich auf der Severiwiese / Kollekte für Teilnahme beim Weltjugendtag

Das Anspiel der diesjährigen Erfurter Jugendwallfahrt bildete ein Gespräch zwischen zwei Jugendlichen über Kirche und Glaube. Am Ende stand die symbolische Einladung zur Wallfahrt: 'Klick dich ein'.

Erfurt - Jugendliche aus allen Teilen des Bistums Erfurt kamen am 5. Juni auf der Severiwiese auf dem Domberg der Bischofsstadt zur diesjährigen Jugendwallfahrt zusammen. Sie stand unter dem Motto "Klick dich ein".

Post von Shimmy und Jeena aus Indien erreichte die Erfurter Jugendseelsorge. Die beiden Jugendlichen engagieren sich in ihrer indischen Heimat in der christlichen Jugendbewegung "Jesusyouth" und ihr sehnlichster Wunsch ist es, am Weltjugendtag in Köln teilzunehmen. Doch Shimmy und Jeena können den Flug nicht bezahlen. Daher wandten sie sich auf Anraten ihres geistlichen Leiters an die Erfurter Bistumsjugend. Und für diese stand schnell fest, dass sie helfen wird.

Beim Wallfahrtsgottesdienst wurde um Spenden in diesem Anliegen gebeten. Insgesamt kamen 1223,24 Euro zusammen. Gebraucht werden für die Flugtickets zwar 1960 Euro, doch mit der Kollekte kam bereits der größte Teil zusammen. Und Weltjugendtagsreferentin Stephanie Czernotta ist zuversichtlich, dass auch für Shimmy und Jeena die Solidarität Grenzen überwindet. "Den Rest kriegen wir auch noch irgendwie zusammen", betonte sie. Shimmy und Jeena jedenfalls sind schon heute dankbar, dass ihre Gebete und Bitten im Anliegen "Weltjugendtag" erhört wurden. Jetzt freuen sich die beiden auf die gemeinsamen Tage in Deutschland und die Begegnungen – auch mit den jungen Leuten aus dem Bistum Erfurt.

In seiner Wallfahrtspredigt ging Bischof Joachim Wanke ebenfalls auf den Weltjugendtag ein und freute sich über die rege Teilnahme der Bistumsjugend. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Tage in Köln, aber auch all das, was davor und danach geschieht, die jungen Leute "tiefer und enger" mit Christus verbinde. Bischof Wanke machte den Mädchen und Jungen Mut, dass eigene Leben Christus anzuvertrauen. Tipps, wie dies konkret aussehen kann, gab er aus seiner eigenen Erfahrung: "Ich versuche jeden Morgen neu, das Jesus zu sagen: ,Herr, dieser Tag – lass mich nicht mit mir allein. Bleib bei mir. Schau nach, ob ich bei dir eingeklinkt bin – jetzt wenn der Tag beginnt, und dann, wenn er endet und ich ins Bett falle.‘ So einfach versuche ich das ihm zu sagen – und ich füge dann noch das eine oder andere aus einem schlauen Gebetbuch hinzu – aber die eigentliche Seele meines Betens ist dies: An ihn zu denken, an seine Nähe, an seine Verheißung, ihm ins Gesicht zu schauen, einfach bei ihm zu sein." Weiter wünschte der Bischof den Jugendlichen: "Sucht seine Nähe – im Gottesdienst, im Gebet, beim Lesen der Heiligen Schrift. Haltet es aus, einfach mal abzuschalten, zur Ruhe zu kommen, sich daran zu freuen, dass nichts passiert. Zu sich selbst kommen – dann kommt man wie von allein zum Herrn!"

Nach dem Gottesdienst waren alle zum Zwischenprogramm auf der Severiwiese eingeladen, wobei wiederum der Weltjugendtag im Mittelpunkt stand. Unter anderem kam Weltjugendtagsreferentin Stephanie Czernotta zu Wort, der für ihre engagierte Arbeit besonders gedankt wurde. Und eine besondere Überraschung brachte Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus mit, er übergab einen symbolischen Baustein in Höhe von 30 000 Euro. Das Geld aus Landeslottomitteln ist für die Finanzierung des Weltjugendtages auf Diözesanebene bestimmt.

Neben dem Bühnenprogramm gab es auf der Wiese eine ganze Menge zu entdecken. So informierte beispielsweise Kaplan Egon Bierschenk aus Eisenach über Berufungen und die Vielfalt geistlicher Berufe. Vertreten waren zudem die Kolpingjugend und die Villa Lampe mit Pater Otto aus Heiligenstadt, beide sorgen mit für das leibliche Wohl. Und Diakon Rudolf Höhne (Mühlhausen) und Cornelia Schewe (Erfurt) kamen am Missio-Stand mit den jungen Leuten über die Aidsproblematik in Afrika ins Gespräch. Cornelia Schewe war gerade aus Namibia zurückgekehrt, wo sie als Volontärin das Engagement der katholischen Kirche gegen die Krankheit Aids unterstützte.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 23 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 09.06.2005

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