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Bistum Dresden-Meißen

Kulturelles Feuerwerk

Via sacra verbindet geistliche und kulturelle Zentren in Deutschland, Polen und Tschechien

Die wichtigsten kulturhistorischen Stationen auf 550 Kilometern: Die neue Via sacra im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien. Grafik: Trost & Partner

Zittau - Geistliche Zentren und kulturelle Schätze prägen die Landschaft in der Oberlausitz und in den Grenzgebieten von Polen und Tschechien. Mit dem Projekt Via sacra sollen jetzt die wichtigsten miteinander verbunden werden.

Volker Dudeck, Projektleiter und Direktor der Städtischen Museen Zittau, ist Feuer und Flamme. Das Vorhaben solle nicht nur die Europaregion Neiße erschließen, sondern auch die zahlreichen kunsthistorischen Stätten in Deutschland, Polen und Tschechien miteinander verbinden. "Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken", meint Dudeck.

Unter dem Titel "Via sacra – Reisen ohne Grenzen. Durch Jahrhunderte. Zur Besinnung" wird die neue touristische Route herausragende sakrale und kunsthistorische Bauwerke vernetzen. Die Strecke soll den Angaben zufolge 550 Kilometer lang sein, auf denen 16 Sehenswürdigkeiten verteilt sind. Im letzten Jahr wurde das Projekt von der Europäischen Union mit 320 000 Euro gefördert.

Volker Dudeck verspricht den Besuchern ein "kulturelles Feuerwerk". Um den Reisenden aber eine klare Orientierung zu bieten, seien die Stationen auf der Via sacra begrenzt worden. Auf deutscher Seite befänden sich acht Stationen, je vier auf polnischer und tschechischer Seite. Kriterien für die Auswahl sei vor allem der kulturhistorische Rang gewesen, so Dudeck.

Auf den einzelnen Stationen befi nden sich Kunstwerke von einzigartigem Wert. Neben den berühmten Zittauer Fastentüchern gehören dazu der Bautzener Dom St. Petri als älteste Simultankirche Deutschlands, die Zisterzienserinnenklöster St. Marienthal und St. Marienstern sowie das Heilige Grab in Görlitz. Touristische Höhepunkte sind weiterhin die zum Weltkulturerbe zählende Friedenskirche im schlesischen Jauer (Jawor) und das Grab Wallensteins im böhmischen Münchengrätz (Mnichovo Hradiste).

Chance der spirituellen Erneuerung

Die Via sacra versteht sich aber nicht nur als Touristenmeile, sondern auch als Pilgerweg. Die Menschen sollen an den Orten der Gottesverehrung zur Ruhe und Besinnung kommen. Der Leiter des Internationalen Zentrums für geistliche Erneuerung im tschechischen Haindorf (Hejníce), Miloš Raban, sieht deshalb in der Via sacra vor allem eine Chance der spirituellen Erneuerung. "Es ist eine gute Gelegenheit, über seinen persönlichen Glauben nachzudenken und sich neu auszurichten", ist Raban, gleichzeitig katholischer Pfarrer von Haindorf, überzeugt. Erstaunlich und erfreulich zugleich sei es, dass die Initiative nicht von den Kirchen, sondern von einer staatlichen Einrichtung wie den Städtischen Museen in Zittau komme. "Nach 40 Jahren Kommunismus kann man das nicht als selbstverständlich ansehen", sagt Raban.

Offi zieller Startschuss ist im August. Ein Profi team kümmert sich um die Vermarktung. Neben dem Internetauftritt ab Sommer sind Reisepauschalen und "spezielle Reisebausteine" geplant. Eine Zusammenarbeit gibt es mit Marketinggesellschaften und Reiseunternehmen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 23 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 09.06.2005

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