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Bistum Erfurt

Politiker als Lehrer

Europa-Abgeordneter Berend in Erfurter Edith-Stein-Schule

Politiker auf der Schulbank: Der Europa-Abgeordnete Rolf Berend im Geschichtsunterricht einer achten Klasse in der Edith-Stein-Schule. Berend ist Mitglied des Beirates der Schulstiftung des Bistums. Foto: Matthias Holluba

Vertreter verschiedener Bereiche der Gesellschaft gehören zum Beirat der Schulstiftung des Bistums. Sie trafen sich jetzt in der Edith-Stein-Schule Erfurt. Dort konnten sie auch am Unterricht teilnehmen. Der Tag des Herrn sprach mit Beiratsmitglied, Europa-Abgeordneter Rolf Berend (CDU):

    Herr Berend, Sie waren selbst viele Jahre Lehrer. Seit 15 Jahren sind Sie Europa-Abgeordneter. Jetzt saßen Sie wieder auf einer Schulbank und haben am Ende der Unterrichtsstunden über das Thema Europa gesprochen. Was ist das für ein Gefühl?

Das ist für mich nicht ganz neu: Als Europa-Abgeordneter bin ich regelmäßig in Schulen eingeladen, um im Unterricht über Europa zu sprechen. Ich bin immer leidenschaftlich gerne Lehrer gewesen. Deshalb ist es für mich jetzt zunächst eine Freude, wieder mit Schülern arbeiten zu können, vor allen Dingen aber in meiner jetzigen Funktion ihnen den Europa- Gedanken nahe zu bringen, das heißt: Jugend an die europäische Problematik einerseits und an aktuelle Informationen zum Thema andererseits heranzuführen. Dazu gehört auch, mit ihnen über strittige Fragen ins Gespräch zu kommen. Dieses Angebot wird von den Lehrern und auch von den Schülern in Thüringen dankend angenommen.

    Viele ältere Menschen haben beim Thema Europa Vorbehalte. Welche Erfahrungen machen Sie mit jungen Menschen?

Da ist es das Gegenteil: Die Jugend ist für Europa sehr aufgeschlossen, weil sie ja schon gar nichts anderes mehr kennt als ein grenzenloses Europa. Man muss den jungen Leute heute ja schon erzählen, wie es war, als die Großeltern noch an jeder Grenze Halt machen mussten. Heute sind Ferienreise durch viele Länder Europas eine Selbstverständlichkeit, die durch die Europäische Union gewachsen ist. Das ist aber nicht von selbst gekommen, sondern der europäischen Einigungsbewegung zu verdanken. Das gilt es jungen Menschen deutlich zu machen.

    Über welche Punkte denkt Jugend im Zusammenhang mit Europa kritisch?

Eine große Rolle spielen hier die Äußerungen von Erwachsenen über das Thema. Von ihnen hören die jungen Leute immer wieder, dass über die offenen Grenzen Kriminalität und Lohndumping nach Deutschland kommen. Eine Rolle spielt auch die Frage: Wo soll Europa enden? Und da kommt immer das Problem der Türkei. Die meisten Schüler – so meine Erfahrung – lehnen hier eine Erweiterung Europas über die geografischen Grenzen hinaus ab.

    Der Anlass Ihres Besuchs in der Edith-Stein-Schule ist die Tagung des Beirates der Schulstiftung, dessen Mitglied Sie sind. Warum ist es Ihnen wichtig, sich auf diese Weise für Schulen zu engagieren?

Es ist wichtig, dass es neben den staatlichen Schulen auch Schulen in freier Trägerschaft gibt. Diese Schulen zu unterstützen, sehe ich als Politiker als eine wichtige Aufgabe an. Schulen in freier Trägerschaft können anders als staatliche Schulen Akzente und besondere Angebote in der Bildungslandschaft setzen. Eltern haben so die Möglichkeit zu wählen, ob sie solche besonderen Akzente für die Bildung ihrer Kinder wahrnehmen wollen. Diese Unterschiedlichkeit in der Bildungslandschaft durch das parallele Nebeneinander verschiedener Schularten sollte erhalten bleiben und gefördert werden.



Kontakt
Wer die Katholische Schulstiftung im Bistum Erfurt unterstützen will, kann sich wenden an:
Katholische Schulstiftung, Elsbeth Weiler, Herrmannsplatz 9,
99084 Erfurt,
Telefon 03 61 / 6 57 22 94,
E-Mail: schulstiftung@bistum-erfurt.de
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 21 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 27.05.2005

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