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Bistum Dresden-Meißen

Diakone sind nicht Lückenbüßer

Generalvikar Konrad Zdarsa weist vor der Diakonenweihe auf das eigene Profil der Berufung hin

Dresden - Zu Ständigen Diakonen wird Bischof Joachim Reinelt am 21. Mai um 10 Uhr in der Dresdner Kathedrale fünf Männer aus dem Bistum Dresden-Meißen weihen.

Diakone sollten weder Ersatzpriester sein noch dürfe ihr Dienst als laienhafte Variante von Sozialarbeit missverstanden werden, betonte Generalvikar Konrad Zdarsa, der im Bistum Dresden-Meißen für den Ständigen Diakonat verantwortlich ist. Vielmehr seien die Diakone dazu gesandt, ihren Mitmenschen die Nähe und Liebe Gottes erfahrbar zu machen, und das gerade in Lebenssituationen, in denen diese für existenzielle Fragen besonders offen sind. Zdarsa erinnerte an den verstorbenen Diakon Siegfried Baubkus aus Glashütte, der sich besonders durch die Hochwasserkatastrophe von 2002 in seiner Berufung herausgefordert sah.

Auch eine Reha-Kur könne eine Situation sein, in der Menschen ansprechbar seien, weil sie auf eigene Grenzen stoßen und sich Zeit nehmen, über ihr Leben nachzudenken. Einer der Weihekandidaten, Christoph Braun aus Plauen, hat deshalb in genau diesem Bereich sein einjähriges Praktikum absolviert, das der Weihe vorausging. In Bad Elster versuchte er während seines Praktikums, einen Grundstock für Kurseelsorge zu legen.

Drei Jahre lang haben er und seine Kurskollegen sich auf die Weihe vorbereitet. Gemeinsam mit anderen angehenden Diakonen aus Ostdeutschland haben sie an Studienwochen und -wochenenden in der Magdeburger Fachakademie für Gemeindepastoral teilgenommen und zudem drei Kurse Theologie im Fernstudium absolviert. Auf dem Stundenplan standen Fächer wie Caritaswissenschaften, christliche Soziallehre, Homiletik (Predigtlehre), Liturgie, liturgisches Singen oder Sprecherziehung.

Schon während der Ausbildung sei ihm sehr deutlich geworden, dass die Berufung nur gemeinsam mit der Ehefrau gelebt werden kann, sagt Berthold Neumann, der Älteste in der Dresdner Gruppe. Der Beitrag der Partnerinnen, die an vielen Vorbereitungstreffen teilnahmen, beschränke sich keinesfalls nur darauf, ihren Männern den Rücken freizuhalten, hebt er hervor. Seine Frau Edith trage seine Berufung aus dem Glauben heraus mit und habe ihm auch über manche unvermeidliche Durststrecke in der Vorbereitungszeit hinweggeholfen.

Bei manchem der Männer ging der Ausbildungsphase schon eine sehr lange Zeit voraus, in der sie sich gedanklich mit ihrer Berufung auseinandergesetzt haben. "Ich habe lange versucht, diesen Gedanken von mir fernzuhalten", beschreibt der Dresdner Daniel Frank. Als ihn eines Tages sein Pfarrer auf das Thema Diakonat ansprach, habe er aber gewissermaßen bereits "offene Türen eingelaufen".

Auch wenn zwei der angehenden Diakone hauptamtliche Stellen bekommen, gilt seit einiger Zeit im Bistum Dresden-Meißen der Grundsatz, dass Ständige Diakone nur noch für den nebenberuflichen Einsatz ausgebildet werden.

Das hat zum einen finanzielle Gründe, räumt der Generalvikar ein. Gleichzeitig werde dadurch aber auch betont, dass der diakonische Dienst nicht allein den Diakonen überlassen bleiben dürfe, sondern jeweils Sache der ganzen Gemeinde sei. Die Ständigen Diakone sollten das Bewusstsein für diese gemeinsame Berufung aller Getauften in ihren Gemeinden wach halten, wünscht ihnen Konrad Zdarsa.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 20 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 19.05.2005

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