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Bistum Magdeburg

Wir sind mittem PZG

Generalvikar Sternal beim Magdeburger Katholikenrat

Wie geht es weiter im Pastoralen Zukunftsgespräch? Diese Frage diskutierte der Katholikenrat bei seiner Frühjahrsvollversammlung. Foto. Pohl

Wie geht es weiter mit dem Pastoralen Zukunftsgespräch (PZG)? Diese Frage stand über der Frühjahrsvollversammlung des Katholikenrates am 23. April in Magdeburg. Als Gesprächspartner waren Generalvikar Raimund Sternal und Pfarrer und Gemeindeberater Magnus Koschig aus Halle zu Gast.

Schon bald bevor steht die Gründung der Gemeindeverbünde. Darauf wies Ordinariatsrat Raimund Sternal hin, der als Leiter der Hauptabteilung Pastoral die bisherigen Schritte des PZG wesentlich mitinspiriert und begleitet hat. Bischof Gerhard Feige werde die Gemeindeverbünde voraussichtlich Anfang September in Kraft setzen und bei der Bistumswallfahrt ein entsprechendes Signal geben. Derzeit lägen die in den Gemeinden erarbeiteten und von der PZG-Teil- und -Gesamtprojektleitung durchgesehenen Vorschläge für die Verbünde nochmals den Pfarrgemeinderäten, Kirchenvorständen und Pfarrern zu einer letzen Stellungnahme vor. In fünf Gemeinden gebe es noch Probleme.

Im Herbst werden die Gemeindeverbünde errichtet

Sternal wies zugleich sehr nachdrücklich darauf hin, dass die Änderung der Strukturen nur ein erster praktischer Teilschritt im Gesamtprozess ist. "Ich wehre mich vehement gegen den Satz ,Wir hatten da mal das PZG'", betonte der Generalvikar. "Wir sind mitten dabei!"

"Wir brauchen mehr als einen Schreibtischakt und bischöflichen Erlass", so Sternal weiter. Um zu wirklichen Veränderungen zu kommen, müsse sich vielerorts personell etwas ändern. Denn es sei für jeden Seelsorger, der sich länger in einer Gemeinde gemüht hat, verständlicherweise schwer, Erprobtes hinter sich zu lassen. Deshalb sei geplant, in etlichen Gemeindeverbünden neue, von außerhalb des Verbundes kommende Priester als Leiter einzusetzen. "Nur so ist ein Weitermachen wie bisher zu unterbrechen und sind wirklich neue Aufbrüche zu gestalten", sagte Sternal.

Alle Priester sind bereits vor längerer Zeit von Gerhard Feige gefragt worden, inwieweit sie eine solche Aufgabe übernehmen wollen. Die poteniellen Leiter müssen nun gefunden und für ihre Aufgabe qualifiziert werden. Dabei komme es nicht zuletzt darauf an, dass die Betreffenden Management-Qualitäten entwickelten. "Wir brauchen Begleiter, Couches, Gemeindeverbundleiter, die Fähigkeiten und Chancen herauskizzeln", so Sternal.

Wenn ein Gemeindeverbund dann errichtet ist (geplant bis August 2006), sollen die dazu gehörenden Gemeinden eine Pastoralvereinbarung schließen, die kirchenamtlich bestätigt wird. Dafür würden Modellvereinbarungen erarbeitet, sagte Sternal. Schließlich sollen bis 2010 aus den Verbünden neue Pfarreien errichtet werden.

"Wir brauchen Visionen, Ziele und deren Umsetzung"

A und O aller strukturellen Veränderungen sei, die Pastoralvereinbarungen mit Leben zu erfüllen, betonte der Generalvikar. Deshalb gelte es in den Verbünden, die sich verändernde Gestalt der Kirche allgemein und die der konkreten Gemeinden wahrzunehmen und eine entsprechende Bestandsaufnahme zu machen. "Vor allem aber gilt es Visionen im Blick auf den konkreten Lebensraum des Gemeindeverbundes zu entwickeln, Ziele zu formulieren und diese umzusetzen, etwa hinsichtlich der Frage: ,Was haben die Menschen um uns herum davon, dass es uns als katholische Christen hier gibt?'", erläuterte Sternal. Um "um Gottes und der Menschen willen Kirche zu sein", werde es darauf ankommen, dass sich Familienkreise, Jugendgruppen, aber beispielsweise auch Gruppen ausländischer Mitbürger (als pastorale Lebensräume) "als Kirche verstehen und deren wesentlichen Vollzüge, also Liturgie, Zeugnis und Diakonie realisieren".

Sternal erläuterte die anstehenden vier Teilprojekte im Rahmen des PZG. Zunächst stehe die Bildung und Entwicklung der Gemeindeverbünde an. Als zweites Teilprojekt müsse "die Reorganisation und Entwicklung des Bischöflichen Ordinariates" vorangebracht werden. Außerdem sind die Reorganisation und Entwicklung der Dekanate des Bistums und der Verbände und Einrichtungen geplant. Angesichts der allgemeinen Finanzknappheit auch der westdeutschen Diözesen kündigte der Generalvikar einen drastischen Rückgang der Zuwendungen aus der Umlange der Deutschen Diözesen an.

Zu Beginn der Vollversammlung hatte der Pfarrer und Gemeindeberater Magnus Koschig am Beispiel der Gemeinden Halle, Heilig Kreuz und St. Norbert, Weetin, Löbejün und Ostrau über Chancen und Risiken von Gemeindefusionen gesprochen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 18 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 08.05.2005

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