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Bistum Dresden-Meißen

Guter Boden für Berufungen

Vor 100 Jahren bekam die katholische Gemeinde in Riesa erstmals einen ständigen Seelsorger, appl

Kirche und Pfarrhaus der Riesaer St.-Barbara-Gemeinde wurden in den vergangenen Jahren umfangreich saniert.

Riesa - Seit 100 Jahren haben die Riesaer Katholiken einen Priester vor Ort. Mit einem reichhaltigen Festprogramm werden sie dieses Jubiläum vom 7. Mai bis zum 3. Juli feiern.

"Wir haben ein Offizierskasino, einen Pferdestall, eine alte Schmiede und eine ehemalige Werkstatt." Bei dieser Aufzählung handelt es sich nicht um das Immobilienangebot eines Maklers, sondern um die Gottesdienstorte der Riesaer Pfarrei St. Barbara im Stadtzentrum, in Weida, Glaubitz und Strehla.

Der weltliche Ursprung der Räume scheint aber keinen hemmenden Einfluss auf die Frömmigkeit der Gläubigen zu haben. Wenn man die Zahl geistlicher Berufungen zugrunde legt, die landläufig ja oft als Indikator für die Vitalität einer Gemeinde gilt, fand sich Riesa in den vergangenen 100 Jahren jedenfalls mit an der Bistumsspitze: Fünf Priester und fünf Ordensleute sind aus dieser Gemeinde hervorgegangen, erzählt Pfarrer Friedrich Winter.

Viele andere Informationen und interessante Details der langen Gemeindegeschichte sind ab 7. Mai um 15 Uhr in einer Ausstellung zu bestaunen, mit deren Eröffnung die Jubiläumsfeiern beginnen. Gemeindemitglied Werner Zawischa hat die Schau auf 20 bebilderten Infotafeln zusammengestellt. Zur Ausstellungseröffnung soll auch eine Festschrift vorgestellt werden. Unter anderem ist darin zu erfahren, wie die Gemeinde im Jahre 1920 zu ihrem Patronat kam: Damals kaufte die Gemeinde das Gebäude der heutigen Pfarrkirche, ein ehemaliges Offizierskasino der Artillerie. Da nicht nur die Bergleute, sondern auch die Artillerie die heilige Barbara als ihre Patronin verehrt, fiel die Wahl auf sie.

Zu den Höhepunkten des Jubiläums gehören ein ökumenischer Gottesdienst am Pfingstmontag um 10 Uhr, eine Aufführung des Dresdner Kabaretts "Die Dekana(h)tslosen" am 10. Juni um 20 Uhr und ein Konzert der Dresdner Kapellknaben am 25. Juni um 16 Uhr. Zum Abschluss der Feiern wird Bischof Joachim Reinelt am 3. Juli um 14 Uhr einen Festgottesdienst mit der Gemeinde feiern.

In den kommenden Wochen soll auch die historische Glocke aus dem 14. Jahrhundert wieder an ihren Platz im kleinen Kirchturm zurückkehren. Sie hat in einer Nördlinger Glockengießerei eine neue Krone und einen neuen Kopf bekommen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 18 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 08.05.2005

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