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Aus der Region

Hauptwege, Nebenwege

"Nachwuchs" in der Priestergemeinschaft des Oratoriums: Martin Weber

Mit dem heiligen Philipp Neri verbindet Martin Weber unter anderem sein Sinn für Humor.

Leipzig (dw) - Viele Wege ist Martin Weber schon gegangen, darunter auch einige, die nicht auf den ersten Blick auf seine Priesterweihe hinzuführen scheinen: Da war zum Beispiel eine Ausbildung zum Verlagskaufmann, die Arbeit als Werbetexter ... Für Irrwege hält der 42-jährige Oratorianer diese Lebensetappen nicht, er spricht lieber von "Nebenwegen".

Den Zugang zum Priestertum fand der kulturell Interessierte bei den Jesuiten in Frankfurt am Main, der Stadt, in der er aufwuchs. Auf die Leipziger Oratorianer wurde er in Sambia aufmerksam, als er während eines mehrmonatigen Einsatzes als Katechet Gotthard Rosner kennenlernte, den Bruder des Leipziger Präpositus Clemens Rosner. Angezogen fühlt er sich besonders von der Fröhlichkeit und inneren Freiheit Philipp Neris, auf den das Oratorium zurückgeht: "Ein komischer Heiliger, das passt zu mir", sagt Martin Weber schmunzelnd. Wichtig ist ihm darüber hinaus, seine Priesterberufung nicht als Individualist zu leben, sondern in einer Gemeinschaft, die die Möglichkeit zum Austausch bietet.

Sein Studium führte er an der Theologischen Fakultät in Erfurt zum Abschluss, den Pastoralkurs für angehende Priester absolvierte er bei Kapuzinern in Münster. Wie seine Münsteraner Kurskollegen wird er nach der Weihe nicht sofort in die Gemeindeseelsorge einsteigen, sondern zunächst ein Praktikum außerhalb der eigenen Gemeinschaft machen. In Halle will er Erfahrungen in der Krankenseelsorge und Hospizarbeit sammeln, bis er im Oktober als Lokalkaplan nach Leipzig zurückkehrt. Wichtig ist ihm dabei insbesondere die Begegnung mit Nichtchristen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 19 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 15.05.2005

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