Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Erfurt

Das "Kleine Paradies" zog an

Zum Patronatsfest am 1. Mai: Hermann Böning und die Schönstätter im Eichsfeld

Heiligenstadt - Im Bistum Erfurt ist Hermann Böning kein Unbekannter. Viele kennen ihn aus seiner Zeit im Seelsorgeamt. Andere ließen sich in Sachen Schönstatt mitreißen. Für sein Engagement wurde er kürzlich mit der Elisabeth-Medaille des Bistums geehrt.

Hermann Böning aus Kefferhausen ist für Schönstatt im Eichsfeld zwar kein direkter Mann der ersten Stunde -diese wirkten schon ab dem Jahr 1915 -, dennoch ist es gerade auch ihm mit zu danken, dass diese geistliche Familie heute eine feste Größe im kirchlichen Leben des Eichsfeldes ist.

Begonnen hatte für Hermann Böning alles Anfang der achtziger Jahre des zurückliegenden Jahrhunderts. Zusammen mit seiner Frau war er auf der Suche nach einer geistlichen Heimat. Eine Heimat, die nicht nur den Sonntag, sondern das ganze christliche Leben prägt. So fuhren sie am zweiten Pfingsttag 1983 einfach zu den Marienschwestern nach Friedrichroda, um sich vor Ort zu informieren. Sechs Wochen später machten sich die Bönings auf den Weg nach Naunhof (Sächsische Schweiz). Sie folgten damit einer Einladung der Schwestern zu einer Tagung, welche über Schönstatt und seine Gliederungen informierte. Der Funke sprang über und die Bönings gehören seither dazu. Heute sind beide Mitglied im Schönstatt-Familienbund.

Ein alter Flurname gab dem Zentrum die Richtung vor

Hermann Böning hat Schönstatt viel zu danken, wie er heute sagt, "die Spiritualität, die den Christen in besonderer Weise zum Mittun einlädt, spricht mich einfach an". Froh ist der Eichsfelder auch darüber, dass die Schönstatt-Bewegung heute anerkannt ist und die einstigen Vorurteile kaum noch eine Rolle spielen. "Es stimmt ja einfach nicht, dass wir die Gottesmutter anbeten. Ich persönlich kenne jedenfalls keinen, der das tut", betont Hermann Böning. Maria ist vielmehr fürbittende Begleiterin auf dem Weg des Glaubens. Auch der Name des Eichsfelder Zentrums "Kleines Paradies" ist keine Schönstatt-Sonderform. "Bei unseren Planungen stellten wir fest, dass das Flurstück auf dem wir bauen wollten, schon seit Jahrhunderten diesen Namen trägt. Wir fanden ihn passend und behielten ihn bei", berichtet Hermann Böning. Übrigens, weiter oben am Berg gibt es das Flurstück "Großes Paradies".

Kurz nach der Wende gründete sich im Eichsfeld ein Verein mit dem Ziel, ein regionales Schönstatt- Zentrum mit der dazugehörigen Kapelle zu errichten. Damit wurde ein Gedanke aufgegriffen, der bereits 1987 aufkam. Die Leitung des Vereins übernahm Hermann Böning, eine Aufgabe, die er bis heute inne hat. Ihm zur Seite stand besonders Pater Rainer Zinke, der sich wie Hermann Böning schon in der DDR für Schönstatt engagierte. Am 3. Oktober 1992 -am Tag der deutschen Einheit -war es schließlich soweit, die Kapelle wurde feierlich eingeweiht. Ihr Patronatsfest -heiliger Josef -wird am 1. Mai begangen.

Dankbar für die vielen, die sich mit einsetzen

Ein weiterer Plan der Eichsfelder Schönstattfreunde umfasste die Errichtung eines Begegnungshauses. Leider verunglückte Pater Zinke 1999 beim Baden in Brasilien und Hermann Böning stand plötzlich mit der erteilten Baugenehmigung, den Plänen und deren Ausführung alleine da. Dennoch, es wurde im Zusammenspiel mit den anderen Schönstättern geschafft und das Haus steht heute Gruppen, Besuchern und Interessenten offen. Und wenn Hermann Böning durch das Haus führt, dann spüren die Gäste, was es ihm bedeutet.

Heute stehen Hermann Böning im Vorstand fünf Leute zur Seite, darunter Pfarrer Eberhard Jacob. Dieser gestaltet mit Schönstatt- Pater Peter Graf im Wechsel unter anderem die traditionellen Wallfahrtsnachmittage, die immer an einen Samstag um den 18. eines Monats gefeiert werden. Hermann Böning ist zudem dankbar darüber, dass sich so viele Christinnen und Christen für die Kapelle einsetzen. Da gibt es beispielsweise die Wächterpaare, die als Ansprechpartner da sind und zugleich ein wachsames Auge auf die Kapelle und das Haus haben. Stellvertretend für alle seien Johannes und Gertrud Körner aus Dingelstädt genannt, die immer montags kommen. Nicht unerwähnt soll aber auch Josef Stützer bleiben, der den Altar nach dem Original in Vallendar-Schönstatt schuf. Noch heute gehört Josef Stützer zu den eifrigen Betern in der Kapelle, oft den ganzen Tag. "Ich weiß von Leuten, die ihm ihre Gebetsanliegen mitgeben", berichtet Hermann Böning.

"Man braucht einfach nicht nur Leute zum Arbeiten, sondern auch solche zum Beten", betont Hermann Böning. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass die Kapelle von vielen Menschen als Ort der geistigen Beheimatung, der Besinnung und des Gebetes angenommen wird. Und nicht wenige finden hier Trost.


Informationen
Schönstatt-Zentrum "Kleines Paradies"
Pater-Kentenich-Weg 3
37308 Heilbad Heiligenstadt
Tel: (03606) / 61 97 90
www.kleines-paradies-hig.de
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 17 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 28.04.2005

Aktuelle Buchtipps