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Bistum Dresden-Meißen

Einigkeit macht glaubwürdig

Katholische Christinnen sind intensiv an den Vorbereitungen des Projekts "Neu anfangen" beteiligt

Borna - Unter dem Motto "Neu anfangen" wollen Christen verschiedener Konfessionen aus dem Südraum von Leipzig sich im Frühjahr 2006 gemeinsam an die Öffentlichkeit wagen.

Wenn Regina Voigt in diesen Wochen durch ihre Stadt geht, dann denkt sie häufig: "Was mag die Menschen bewegen, die mir hier begegnen? Was könnte sie interessieren?" Die Bornaer Katholikin gehört zur Koordinierungsgruppe des Projekts "Neu anfangen", das im Februar mit einem Gottesdienst in Pegau gestartet wurde.

Der Gedanke, dass Christen sich in ökumenischer Gemeinsamkeit für ihre Mitmenschen öffnen, war ihr auf Anhieb sympathisch. Doch als sie von den Erfahrungen hörte, die Christen andernorts mit diesem Projekt gemacht haben, meldeten sich auch Zweifel. Manches klang ihr zu glatt und einfach für die Region, in der sie zu Hause ist. Dass es mit der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt hier immer mehr bergab geht, mache viele Menschen tief traurig und mutlos. "Das muss uns sehr bewusst sein, wenn wir mit ihnen über unseren Glauben und unsere Hoffnung ins Gespräch kommen wollen", betont Regina Voigt.

Sie hilft nicht nur, das gesamte Projekt zu koordinieren, sondern bringt sich darüber hinaus in der Vorbereitungsgruppe für ein Buch ein, das in den nächsten Monaten entstehen soll. Christen in einer möglichst großen Spannbreite unterschiedlicher Lebenssituationen werden darin Zeugnis von ihrem Glaubens geben. In einer groß angelegten Telefonaktion soll dann möglichst vielen Bürgern dieses Buch als Geschenk angeboten werden. Darüber hinaus erhalten sie eine Einladung zu einer Gesprächsrunde darüber.

Wachsende Beziehungen

Schon heute ist "Neu anfangen" Frucht bringend für all diejenigen, die an den Vorbereitungen beteiligt sind, darin ist sich Regina Voigt auch mit Gina Blüthner einig, der zweiten Katholikin in der Koordinierungsgruppe. Sie denken dabei an die intensiven Beziehungen, die zu den Vertretern der anderen Kirchen gewachsen sind, aber auch an die Denkanstöße, die das Projekt immer wieder für die eigene Gemeinde bringt. "Wie gehen wir eigentlich miteinander um?", lautet beispielsweise eine der Fragen, die alle Gemeinden sich einmal selbst stellen sollten, meint Gina Blüthner. "Schließlich können wir nichts verkünden, was wir nicht auch glaubwürdig leben."

Sie arbeitet in der Gruppe "Spiritualität" mit und ist begeistert von dem konstruktiven Miteinander, das dort herrscht. Unter anderem formuliert die Gruppe jeden Monat eine Fürbitte, die dann in allen an "Neu anfangen" beteiligten Gemeinden gebetet wird.

Gebet als tragender Pfeiler

Symbolisch wandert eine Kerze von einer Gemeinde in die andere und hält den Gedanken an das Projekt wach. Gebete, mit denen die Treffen aller Arbeitskreise beginnen und enden, sind ebenfalls in der Spiritualitäts-Gruppe ausgewählt worden, darunter das Gebet für die Aktion "Gemeinden im Aufbruch" im Bistum Dresden-Meißen, bei dem nur das Wort "Bistum" durch "Region" ersetzt werden musste.

Eigentlich fühlten sich die beiden Frauen schon vorher durchaus ausgelastet: Neben Berufs- und Familienleben arbeitet Regina Voigt im Pfarrgemeinde-, Dekanats- und Caritasrat mit. Gina Blüthner ist Organistin, Leiterin einer Kinderschola und einer Vorbereitungsgruppe für Familiengottesdienste. Beide gehören zudem zu einer Frauenschola und zu einem ökumenischen Hauskreis. Dennoch ist ihnen das Engagement für "Neu anfangen" noch nicht zur Last geworden. Sie hoffen aber darauf, dass sich möglichst viele Christen in den kommenden Monaten noch zur Mitarbeit entschließen und die Chance entdecken, die darin für sie selbst und für die Region steckt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 17 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 28.04.2005

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