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Aus der Region

Eine Chance für die Diaspora

Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt den Weltjugendtag

Der Weltjugendtag in Köln und die Tage der Begegnung in den Bistümern werden viel Geld kosten. Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken wird finanzielle Unterstützung leisten. Der Tag des Herrn sprach darüber mit Generalsekretär Prälat Clemens A. Kathke.

Das Bonifatiuswerk wird den Weltjugendtag (WJT) und die Tage der Begegnung in der Bistümern finanziell unterstützen. Warum ist Ihnen der WJT das wert?

Die Weltjugendtage, in diesem Jahr in Deutschland, in Köln, sind für die Kirche jeweils ein außergewöhnliches Ereignis. Jugendliche aus aller Welt treffen sich auf Einladung des verstorbenen Papstes Johannes Paul II., der die Weltjugendtage eingerichtet hat, um gemeinsam ein Fest des Glaubens zu feiern. In den Tagen vor dem Treffen in Köln finden in allen Bistümern in den Gemeinden "Tage der Begegnung" mit jeweils eingeladenen Jugendlichen aus Deutschland und der ganzen Welt statt.

Vor allem den Diaspora-Bistümern und -gemeinden fällt es schwer, diese Veranstaltungen aus eigener Kraft zu finanzieren. Das Engagement für "die Sache Jesu" darf und soll aber nicht an fehlenden Finanzmitteln scheitern. Jungen Christen in der Diaspora soll ermöglicht werden, durch ihr Tun bezeugen zu können, dass für sie Glauben und Engagement zusammen gehören und dass sie bereit sind, durch ihr öffentliches Bekenntnis Zeichen der Hoffnung auf eine lebendige Kirche und einen menschenfreundlichen Gott zu setzen. Aus diesem Grund unterstützt das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken die Jugendgruppen und Diasporagemeinden in Deutschland und Nordeuropa finanziell.

Wie sieht die Unterstützung konkret aus?

Das Bonifatiuswerk engagiert sich für das Gelingen des Weltjugendtages, weil es darin eine besondere Chance für die Jugendpastoral in der Diaspora sieht. Es stellt für die "Tage der Begegnung" in den Diaspora-Bistümern 450 000 Euro zur Verfügung. Außerdem wird die 40-tägige Fußwallfahrt "Kreuzspuren", die, beginnend in Dresden, durch die ost- und mitteldeutsche Diaspora und dann weiter nach Köln führt, mit 25 000 Euro gefördert.

Als Generalsekretär des einzigen katholischen Hilfswerkes, das sich, mit Hilfe der großen Zahl von Förderern, für das Glaubensleben in und für Deutschland engagiert und ganz besonders die Unterstützung der jungen Christen in den Diasporabistümern als seine Aufgabe sieht, halte ich die finanzielle Förderung des Weltjugendtages 2005 für ein besonderes Zeichen der Solidarität.

Welche Bedeutung haben Großveranstaltungen wie der WJT für Katholiken in der Diaspora?

Christen in der Minderheit erleben ihre Diasporasituation oft bedrückend und belastend. Ich kann mir gut vorstellen, dass für Jugendliche in der Diaspora Gemeinschaftserlebnisse mit nationalen und internationalen Kontakten wie die "Tage der Begegnung", die Fußwallfahrt "Kreuzspuren" und die Zeit des Weltjugendtages 2005 in Köln eine ganz besondere Erfahrung ermöglichen. Für meine Geschwister und mich waren in den 50-er Jahren die Jugendtreffen und -gottesdienste an den Bekenntnissonntagen auf dem Petersberg in Halle an der Saale ähnliche Erfahrungen und Erlebnisse.

Vielleicht ist das Motto des Weltjugendtages 2005 "Wir sind gekommen, Ihn anzubeten" für manche nicht nur die Einladung nach Köln zu kommen, sondern persönliches Motto für die Zeit danach, nämlich den Mitmenschen im Alltag Zeuge zu sein für die Frohbotschaft Christi, die jedem Menschen Heil zusagt; auch den Nichtchristen.

Finanzielle Fragen spielen für die kirchliche Arbeit ja eine zunehmend wichtigere Rolle. In Ostdeutschland wäre manches ohne die Hilfe des Bonifatiuswerkes gar nicht möglich. Welche Bedeutung hat denn das Geld für die Verkündigung des Evangeliums?

Jesus Christus braucht nicht nur Menschen, die seine Botschaft durch ihr persönliches Leben weitergeben, sondern die Menschen brauchen zum Beispiel auch Räume, wo sie gemeinsam ihren Glauben leben können, wie Kirchen, Gemeindehäuser, Kindergärten, Schulen Jugendzentren ... Sie brauchen Orte und Aktivitäten, an denen und durch die die Liebe Gottes, von Mitmenschen weitergegeben, erfahrbar wird: Im Miteinander bei "Religiösen Kinderwochen", bei Straßenkinderprojekten, in der Hospizarbeit, in sozial-karitativen Projekten, in der Kinder- und Jugendpastoral und -arbeit oder bei Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Weltjugendtag 2005.

Seit 156 Jahren setzt das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken durch seine Hilfen in den Diasporagemeinden Zeichen der Solidarität und leistet damit, vor allem in Deutschland, einen Beitrag zum missionarischen Auftrag der Kirche. Deshalb wird das Bonifatiuswerk nicht müde, um Spenden zu bitten und sie dort einzusetzen, wo sie in der Diaspora, gerade heute, dringend gebraucht werden.

Ich danke von Herzen den ungezählten treuen Freunden und Förderern, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die durch ihre Spenden die Hilfeleistungen des Bonifatiuswerkes in der Diaspora ermöglichen.

Fragen: Matthias Holluba

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 17 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 28.04.2005

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