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Bistum Görlitz

Intensive Begleitung

Die Malteser in Görlitz kümmern sich um arbeitssuchende Behinderte

Die Chancen stehen oft nicht schlecht: Lydia Uhlig (rechts) betreut Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben. Foto: Schuppert

Görlitz - Rund fünf Millionen Menschen sind in Deutschland ohne Job, Tendenz steigend. Besonders hart betroffen sind Menschen mit Behinderungen. Ihnen hilft der Integrationsfachdienst, der in Görlitz in der Trägerschaft der Malteser ist.

Lydia Uhlig und Ronald Jäger arbeiten noch nicht lange im Görlitzer Mühlweg, dem Geschäftssitz der Malteser. Erst seit Januar befi ndet sich der Integrationsfachdienst in der Trägerschaft des Sozialverbandes. Anliegen ist es, Menschen mit Behinderungen wieder in den Arbeitsmarkt zu vermitteln. Eine Aufgabe, die Geduld und vor allem intensive Betreuung erfordert. Dass Vermittlung und Arbeitsbetreung nach der neuen Sozialgesetzgebung dabei Hand in Hand gehen, hält Teamleiterin Lydia Uhlig für sinnvoll. Dadurch sei eine effektivere Arbeit möglich.

Ronald Jäger, der noch bis zum März mit dem Jugendprojekt "Xenos" zur Erforschung des jüdischen Lebens in der Lausitz beschäftigt war und dort Erfahrungen mit Arbeit suchenden Menschen machen konnte, ist für die Vermittlung der Klienten zuständig. Jäger schaut sich nach Job-Möglichkeiten um, erstellt Profi le der Bewerber, spricht mit Unternehmen, übt Bewerbungen schreiben. "Oft ein Klinkenputzer- Job", sagt er mit einem Lächeln. Aber das gehöre dazu, schließlich gehe es um die Vermittlung von Menschen, die es ohne Hilfe nicht schaffen würden. Jäger arbeitet eng mit der Arbeitsagentur zusammen, die die Arbeit Suchenden in der Regel an den Integrationsfachdienst vermittelt. Vorteil: Die Bewerber können intensiver und individueller betreut werden.

Erwerbsfähigkeit ist Voraussetzung

Voraussetzung für die Vermittlung ist, dass der Betroffene auch arbeitsfähig ist. "Erwebsfähigkeit bedeutet, dass der Arbeit Suchende mindestens 15 Stunden in der Woche arbeiten kann", erklärt Ronald Jäger. Zu seinen Schützlingen zählen nicht nur Menschen, die mit einer Behinderung leben müssen, sondern auch Bewerber mit psychischen Problemen oder lernbehinderte Jugendliche. 25 Klienten kann der Intergrationsfachdienst verkraften, um noch eine individuelle Beratung und Betreuung gewährleisten zu können. Zur Zeit kommen zehn Interessenten, um die Hilfe bei der Job-Suche in Anspruch zu nehmen. Die Leiterin des Teams, Lydia Uhlig, kümmert sich um die Arbeitsbetreuung und um den psycho-sozialen Dienst. Hier geht es vor allem um die Begleitung und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsverhältnissen, wie es im Fachjargon heißt.

"Wir beraten unter anderem zu Fragen der Behinderung, klären rechtliche Dinge oder beschäftigen uns in Konfl iktfällen mit den Problemen", sagt Frau Uhlig. Der Kontakt zu den Unternehmen und Betriebsräten sei dabei ebenso wichtig, wie das Gespräch mit den Betroffenen selbst. "Der gesamte Prozess der Integration wird von uns begleitet." Dass dies nötig ist, zeigen besonders Fälle, wo es um Leistungsprobleme geht oder Kündigungsverfahren eingeleitet werden.

Eine Bilanz der Arbeit des Integrationsfachdienstes unter dem Dach der Malteser in Görlitz lässt sich in der Kürze der Zeit noch nicht ziehen, gute Erfahrungen hat das Landesamt für Familie und Soziales aber mit diesem Modell bei den Maltesern in Hoyerswerda gemacht. Der Görlitzer Malteser- Geschäftsführer Bernd Schmuck jedenfalls ist froh, mit einem solch "kompetenten Team" zusammenarbeiten zu können.


Integrationsfachdienst für Görlitz und den Niederschlesischen Oberlausitzkreis: Mühlweg 3, 02826 Görlitz, Tel. (03581) / 480 050 oder -51

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 16 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 21.04.2005

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