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Bistum Görlitz

Missionarische Aufgabe

Der Kindergarten von St. Jakobus in Görlitz feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum

Kreativität ist gefragt: Sinan, Anne und Fabian (von links) können Kita-Leiterin Martina Sauer noch was vormachen. Für den Kindergarten von St. Jakobus kommt es darauf an, die Fähigkeiten der Kinderzu fördern. Foto: Schuppert

Görlitz - Die einen spielen gern mit Bausteinen, andere singen oder basteln am liebsten. Die individuellen Fähigkeiten der Kinder zu fördern, ist Anliegen des Kindergartens der St.-Jakobus- Gemeinde Görlitz.

Mirko, Sinan, Fabian und Anne fügen aus kleinen Klötzchen geometrische Figuren zusammen. Dazu ist Fantasie, aber auch Geduld erforderlich. "Da muss man schon als Erwachsener genau hingucken", sagt Martina Sauer, seit 1997 Leiterin der Kindertagesstätte. Sie und ihre Mitarbeiterinnen beobachten genau, wo die Fähigkeiten der Mädchen und Jungen liegen und versuchen, sie gezielt zu förden. "Situationsorientiert" nennt Frau Sauer diesen pädagogischen Ansatz. Der Kindergarten in der Biesnitzer Straße in Görlitz, der im St.-Otto-Stift untergebracht ist, blickt in diesem Jahr auf eine lange Geschichte zurück. Er gehört zu einem der traditionsreichsten im Bistum und begeht im Juni sein 100-jähriges Jubiläum.

Überwiegend Kinder aus nicht christlichen Familien

Zurzeit werden hier 44 Kinder von zwei bis sechs Jahren in drei Gruppen betreut . Vier pädagogische Mitarbeiterinnen, eine Wirtschaftskraft, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin, eine Hilfskraft im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) sowie eine Mitarbeiterin im Ein- Euro-Job, sorgen dafür, dass es den Kindern gut geht. Etwa ein Drittel der Mädchen und Jungen, die in der Einrichtung untergebracht sind, sind katholisch. "Der überwiegende Teil der Kinder ist nicht christlich", weiß Martina Sauer. Und das erfordert nicht nur Fingerspitzengefühl beim Umgang mit den Kindern, sondern auch mit den Eltern. Für sie finden thematische Abende statt, "um ihnen den Sinn der christlichen Feste näher zu bringen oder ihnen zu erklären, wie man mit Kindern über Gott spricht", erläutert Martina Sauer. "Oft beraten wir die Eltern, wenn es Probleme in der Familie gibt. Dann können wir wenigstens Stellen vermitteln, wo sie sich hinwenden und Hilfe erwarten können."

Dass die Einrichtung auch eine besondere Verantwortung für sozial schwache Familien habe, betont die Leiterin ausdrücklich. Für Frau Sauer und ihr Team ist der Kindergarten vor allem eine Chance, auch mit Menschen in Berührung zu kommen, die die Kirche sonst nur von außen kennen, gewissermaßen ideale Gelegenheit, das Evangelium unter die Leute zu bringen. "Viele Eltern sind vor allem von der familiären Atmosphäre, die bei uns herrscht, beeindruckt."

Das eigentliche Jubiläum wird am 25. und 26. Juni begangen und soll "ganz groß" gefeiert werden. Eingeladen sind alle, die die Einrichtung einmal besucht, hier gearbeitet haben oder sich sonst mit ihr verbunden fühlen. Die Kinder gestalten den Festgottesdienst und führen unter anderem ein Theaterstück auf. Die Gemeinde veranstaltet an diesem Wochenende ihr Gemeindefest. Ein "Jubiläumsanzeiger" wagt einen Blick in die Geschichte.

Etwas in den Sternen steht, wo der Kindergarten in Zukunft untergebracht sein wird. Nach einem Beschluss des Görlitzer Stadtrates soll auf einem nahe gelegenen Gelände eine neue Einrichtung gebaut werden. Aber wie fast überall sind die Kassen der Kommune leer. Die Gemeinde bemüht sich derzeit um eine Lösung.

Nähere Infos zur Kindertagestätte und zum Jubiläum unter Tel. (03581) - 64 90 365,
Ansprechpartnerin ist Martina Sauer.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 15 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 17.04.2005

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