Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Dresden-Meißen

Experimentierfeld für ein Kinderzimmer

Aktionstag im Dresdner Hygienemuseum zur "Woche für das Leben"

Dresden - Eltern und Kinder miteinander ins Gespräch bringen -das war eines der Anliegen des Aktionstages, mit dem in Dresden am 9. April die diesjährige "Woche für das Leben" eröffnet wurde.

Als Florian die Boxbirne entdeckt hat, ist die Sache für ihn gelaufen. Der Sechsjährige stülpt sich die dicken schwarzen Handschuhe über und schlägt begeistert auf den immer wieder zurückschnellenden Lederbeutel ein. Wenn er sich sein Kinderzimmer selber einrichten könnte -dieses Sportgerät, an dem man sich so richtig abreagieren kann, müsste da auch stehen.

"Brauchst du nicht auch noch einen Tisch?", fragt ihn sein Vater Heiko Münch und trägt das Möbelstück heran. Der Junge hält kurz inne, nickt: "Ja, dorthin." Es dauert nicht lange, dann ist das Kinderzimmer wunschgemäß eingerichtet. Schnell noch ein Polaroid-Foto als Erinnerung. Schon wartet die nächste Familie mit zwei kleinen Mädchen. Das Experimentierfeld der Beratungsstelle der Dresdner Stadtmission ist die größte Attraktion unter den Kreativangeboten auf dem Aktionstag im Hygienemuseum zur Eröffnung der "Woche für das Leben".

Den haben das Bistum Dresden-Meißen und die evangelisch- lutherische Landeskirche gemeinsam organisiert. "Wir wollen die Eltern mit ihren Kindern ins Gespräch bringen darüber, wie sie ihr Zimmer einrichten", erklärt Andreas Rönsch von der Beratungsstelle. "Dabei soll es auch kontrovers zugehen", fügt er hinzu. Deshalb stehen nicht nur Möbelstücke zur Auswahl an der Seite, sondern auch Stereoanlage, Computer und Fernseher. Gehören sie mit ins Kinderzimmer oder nicht? Eltern und Kinder sollen gemeinsam entscheiden.

An einem Stand können sich die Kinder mit einer Maschine Plaketten mit einem Motiv der "Woche für das Leben" herstellen. Lydia Falz hilft ihnen. Sie ist Praktikantin in der Caritas-Kindertagesstätte "Don Bosco". Am Tisch, wo Informationsmaterial über den Kindergarten ausliegt, kann man Papierblumen basteln. Am Stand der Kindertagesstätte der evangelischen Johannesgemeinde sitzen die Mädchen und Jungen und zeichnen Kreise auf Papier -ein Würfelspiel nach eigenen Vorstellungen. Die Fantasie der Jüngsten ist bei diesem Aktionstag gefragt. Derweil sitzen die Erwachsenen im Kreis und diskutieren darüber, wie es ist, mit Kind zu studieren. "Vieles spricht für das Kind während des Studiums", fasst Almut Klabunde, Referentin für Seelsorge im evangelischen Landeskirchenamt zusammen. "Da lässt sich vieles besser organisieren als mit einer Arbeitsstelle. Schwierig ist es aber finanziell. Die meisten kommen mit dem Bafög gerade so hin." Wolfgang Lange, Leiter des Theologisch-Pädagogischen Instituts Moritzburg, rät in seinem anschließenden Vortrag jungen Eltern, Rituale mit ihren Kindern zu pflegen. Das Zu-Bett-Bringen am Abend, die Rückschau auf den Tag, besondere Gesten, eine biblische Geschichte.

"Nicht das Vermitteln von Lehren, sondern etwas gemeinsam zu tun, sei entscheidend für die religiöse Erziehung."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 15 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 17.04.2005

Aktuelle Buchtipps