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Bistum Görlitz

Auch ein Draht zum Leben

Cottbuser Malteser bieten seit März einen Hausnotrufdienst an

Im Ernstfall ist immer jemand da: Malteser-Techniker Wolfgang Rosplesch erklärt dem Ehepaar Gaber, wie der Notruf funktioniert. Foto: Schirmer

Cottbus - "Was mache ich, wenn mir zu Hause plötzlich etwas zustößt?" Eine Frage, die sich kranke, ältere und behinderte Menschen oft mit Sorge stellen. Der Hausnotrufdienst der Malteser in Cottbus und Görlitz kann weiterhelfen.

Auch Annelies Lessig, die vor reichlich drei Jahren ihre betagten Eltern zu sich holte, machte sich diese Gedanken. In einem schmuck hergerichteten Gartenhaus auf dem eigenen Grundstück leben nun die alten Herrschaften und werden fast rund um die Uhr betreut. Als kürzlich ihre 90jährige Mutter in der kleinen Sanitärzelle stürzte und sie nur zufällig dazukam, stand der Entschluss fest: "Den im letzten Pfarrblatt vorgestellten Malteser- Hausnotrufdienst" lass ich mir näher erklären".

Der an Altersdemenz leidende Vater wird ohnehin von der Malteser- Sozialstation betreut. Und dann wurde es kein reines Informationsgespräch mit dem für die Kundenbetreuung zuständigen und dafür extra ausgebildeten Malteser Wolfgang Rosplesch, sondern der Hausnotruf sofort und unbürokratisch installiert. "Eigentlich will ich ja mit der Technik nichts zu tun haben" sagt die 90-jährige Anna Gaber lachend, "aber wenn Annelies (gemeint ist die Tochter) das für gut hält, machen wir das so". Mit wenigen Handgriffen ist der Hausnotruf mit dem Telefon verbunden.

Frau Gaber lässt sich den "Funkfinger", eine kleine Taste, um den Hals hängen und Wolfgang Rosplesch erklärt, wie das ganze funktioniert. Dann die erste Probe. Auf Knopfdruck am "Funkfinger" meldet sich über den Lautsprecher im Hausnotrufgerät die Zentrale: "Hallo Frau Gaber, Sie haben gerufen?" Und in diesem Fall antwortet Frau Gaber, so wie vorher vereinbart, von ihrem Platz auf der Couch aus: "Das war nur zur Probe!" Über den Lautsprecher verabschiedet sich eine freundliche Männerstimme.

Hintergrunddienst rund um die Uhr

"Im Ernstfall", so erklärt Wolfgang Rosplesch, "könnte nun gesagt werden, welcher Notfall eingetreten ist oder was der Betreffende für einen Wunsch hat." Wenn jemand den Notruf betätigt, aber nicht antworten kann, verständigt die Zentrale sofort den Notdienst. Für leichtere Fälle wird der vor Ort existierende so genannte "Hintergrunddienst", verständigt, der unverzüglich die Person aufsucht, rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Sieben zuverlässige, ausgebildete Malteser teilen sich zurzeit in Cottbus diesen Hintergrunddienst, den sie in Form einer Bereitschaft von zu Hause aus wahrnehmen. Während der Osterfeiertage wurde diese Breitschaft zweimal in Anspruch genommen.

Seit dem 1. März sind in Cottbus 15 Haushalte an den Hausnotrufdienst angeschlossen worden und weitere Anfragen liegen vor. Deutschlandweit nehmen rund 30 000 Menschen diese "Hilfe auf Knopfdruck" in Anspruch. Es gibt Fälle, wo Alleinlebende, sich einfach nur so bei der Zentrale melden, um wenigstens einmal am Tag mit jemandem gesprochen zu haben. Auch auf diese Weise ist der Hausnotrufdienst ein "Draht zum Leben" da draußen.

Wer sich in und um Cottbus oder Görlitz für die Hausnotrufe der Malteser interessiert, kann sich bei deren Geschäftsstellen melden.
Cottbus: Tel. (0355) / 58 42 00,
Görlitz: Tel. (03581) /4 80 00.
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 14 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 08.04.2005

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