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Bistum Magdeburg

Priester helfen ihren Mitbrüdern

59 Seelsorger des Bistums unterstützen über die Aktion PRIM Geistliche in Afrika, Asien und Ozeanien

Pfarrer Denzel vertritt das Bistum Magdeburg und die anderen ostdeutschen Diözesen bei den PRIM-Vergabekonferenzen.

Magdeburg / Aachen / Calbe - Einmal im Jahr im März reist der Calbenser Pfarrer und Dechant des Dekanates Egeln, Robert Denzel, im Auftrag des Priesterrates des Bistums nach Aachen. Dann findet dort eine Vergabekonferenz für die Mittel der Aktion PRIM statt.

Seit über 30 Jahren unterstützen deutsche Geistliche mit der Aktion "Priester helfen Priestern in den Missionen" (PRIM) Not leidende Mitbrüder in armen Ländern der Welt. Viele Millionen Mark und Euro sind seitdem gesammelt worden und sichern die Existenz von Seelsorgern und das Überleben zahlreicher Gemeinden in der so genannten Dritten Welt. Seit 1992 sind auch Priester der Magdeburger Kirche daran beteiligt. Der frühere Alslebener Pfarrer und Sprecher des Priesterrates Gerhard Wagner hatte diese Möglichkeit der Solidarität mit Mitbrüdern im Advent 1991 erstmals im Priesterrat des damaligen Bischöflichen Amtes Magdeburg vorgestellt. Schnell bestand Einigkeit darüber: Nach der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und vielen Jahren der Unterstützung der Mitbrüder der westdeutschen Diözesen für die Seelsorger in der DDR war es an der Zeit, sich selbst solidarisch zu engagieren.

Priester spenden jährlich zwei Millionen Euro

"Wir Seelsorger fordern die Gemeindemitglieder immer wieder auf, für Menschen in Not zu spenden, manchen Monat sogar mehrmals", sagt heute Pfarrer Robert Denzel, der seit 1992 im Auftrag des Priesterrates das Anliegen von PRIM in der Magdeburger Kirche vertritt und bei den Vergabekonferenzen in Aachen auch für die anderen ostdeutschen Diözesen spricht. "Aber wir beteiligen uns auch selbst daran, Not zu lindern. Eine Möglichkeit für uns Priester ist dabei die Aktion PRIM".

Mit PRIM werden Priester in Afrika, Asien und Ozeanien unterstützt, die zu 100 Prozent ohne Kirchensteuermittel und zu 90 Prozent ohne regelmäßiges Einkommen leben müssen. Durch die Aktion können Lebenshaltungskosten, Krankenversicherung und Ausbildungskosten bezahlt werden. Rund 5000 deutsche Geistliche beteiligen sich und spenden dafür einen Teil ihres Gehaltes. 2004 kamen so 2 018 449,04 Euro zusammen! 33 463,29 Euro davon spendeten Seelsorger aus dem Bistum Magdeburg. Die Arbeitsgemeinschaft von Priesterräten der Diözesen der Bundesrepublik Deutschland, die Initiatorin der Aktion ist, entscheidet jedes Jahr, wie die Gelder verwendet werden. Anfang März war es wieder soweit. Zur Verteilung standen die Spenden des Jahres 2003 (nicht 2004!), und zwar 2 063 449,04 Euro. Damit können in diesem Jahr 6853 Priester in Länder wie Äthiopien, Ghana oder Indien unterstützt werden. 45 000 Euro des Gesamtbetrages 2003 werden für die Altersversorgung von Priestern im Kamerun verwendet. Der Restbetrag von 99 600 Euro wird für die Vergabe 2006 zurückgelegt.

"280 Euro für ein Jahr ist für die Priester in den armen Ländern ein erheblicher Betrag", sagt Pfarrer Denzel. Und: "Immerhin 30 464,93 Euro stammen von 59 Priester des Bistums Magdeburg."

Enge Zusammenarbeit mit dem Missionswerk Missio

Damit Priester in Kenia oder Ägypten, Tansania oder Myanmar eine Unterstützung erhalten, müssen die Bischöfe der jeweiligen Diözesen einen Antrag stellen und auch über die ordungsgemäße Verwendung Rechenschaft ablegen. Um die nötigen Kontakte in die verschiedenen Länder zu haben und administrative Unterstützung zu erhalten, arbeitet PRIM eng mit dem Internationalen Katholischen Missionswerk Missio zusammen. "Dadurch hat PRIM keine Verwaltungskosten", sagt Dechant Denzel.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 13 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 31.03.2005

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