Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Erfurt

Orgelimpressionen zu "The Kid"

Von Liszt zu Chaplin: Erfurter Kirchenmusiker stellten ihr aktuelles Jahresprogramm vor

Drei Männer mit Tradition: Kirchenmusikdirektor Matthias Dreißig, Domorganist Silvius von Kessel und Landeskirchenmusikdirektor Dietrich Ehrenwerth (von links nach rechts) präsentieren ein altes Chorbuch. Foto: Jakobi.

Erfurt - In der Thüringer Landeshauptstadt wurde das aktuelle Programm für die kirchenmusikalische Saison des Jahres 2005 vorgestellt. Dazu hatten die Kirchenmusiker der Stadt in die Bibliothek des Augustinerklosters eingeladen.

Dr. Michael Ludscheidt, der Bibliothekar des Augustinerkloster sließ es sich nicht nehmen mit einer besonderen Kostbarkeit aufzuwarten. Aus den Beständen der Bibliothek wählte er ein mittelalterliches Chorbuch, um es den Kirchenmusikern und ihren Gästen vorzustellen, die zur Vorstellung des Programms ins heute evangelische Augustinerkloster gekommen waren. Das handgeschriebene Chorbuch stammt aus dem 15. Jahrhundert und diente einst den Brüdern des Erfurter Karthäuserklosters bei der Gestaltung ihrer Gebetszeiten.

Um die musikalische Gestaltung heutiger Liturgie geht es Domorganist Silvius von Kessel, Landeskirchenmusikdirektor Dietrich Ehrenwerth und Kirchenmusikdirektor Matthias Dreißig. Zusammen haben sie die Gesamtleitung der Kirchenmusik in Erfurt. Da sind beispielsweise die "Erfurter Kirchenmusiktage", die seit dem Jahr 2000 zusammen durchgeführt werden. Besonders herausragend, so Domorganist Silvius von Kessel, wird in diesem Jahr die Aufführung von Franz Liszts "Via Crucis" im Mariendom sein. Die Intendantin des Weimaer Kunstfestes und Urenkelin von Franz Liszt, Nike Wagner, hatte sich eine Aufführung dieses Werkes zum diesjährigen Kunstfest gewünscht und einer Zweitaufführung in Erfurt zugestimmt. Auf einen weiteren Höhepunkt der Kirchenmusiktage wies Kirchenmusikdirektor Matthias Dreißig hin. In der Predikerkirche wird am 14. September der Stummfilm "The Kid" von und mit Charlie Chaplin von Orgelimpressionen begleitet. Die Orgel wird dabei verhängt, damit sie "kinomäßig" klingt. Matthias Dreißig: "Damit verlassen wir einmal die üblichen kirchenmusikalischen Pfade."

Höhepunkte im Mariendom sind die elften Internationalen Orgeltage. "Da der Dom nicht beheizt werden kann, beginnen wir erst zu Beginn der warmen Jahreszeit Ende April", berichtet Silvius von Kessel, der auch das Eröffnungskonzert am 23. April bestreiten wird. Zu den Orgelkonzerten werden bekannte Organisten wie beispielsweise Francesco Bongiorno aus Rom, Peter Planyavsky aus Wien oder Martin Setcell aus Christchurch in Neuseeland erwartet. Während der Domstufenfestspiele im August werden die Konzerte an der barocken Volcklandorgel in der Cruciskirche fortgesetzt.

Großes Interesse findet auch der Internationale Orgelwettbewerb, der zum dritten Mal durchgeführt wird. Bespielt werden dabei die Orgeln des Domes, der Cruciskirche, die von St. Severi ebenso wie die der Predigerkirche. Der Orgelwettbewerb findet vom 21. bis 30. Juli statt.

Für evangelische Christen ist in diesem Jahr die 500. Wiederkehr des Tages besonders wichtig, an dem Martin Luther einst ins Augustinerkloster eintrat. Am Tag des Eintritts -dem 17. Juli -wird daher unter der Leitung von Dietrich Ehrenwerth der Messias von Georg Friedrich Händel in der Augustinerkirche aufgeführt.

Worte des Dankes fanden die Kirchenmusiker für alle, die ihre Arbeit finanziell unterstützen und somit ermöglichen. So unter anderen gegenüber der Stadt Erfurt, dem Kultusministerium des Freistaates Thüringen, sowie gegenüber ihren Kirchen.

Informationen im Internet: www.kirchenmusik-erfurter-dom.de oder unter www.kirchenmusik-erfurt.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 31.03.2005

Aktuelle Buchtipps