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Das Normale wieder schätzen

Was Ostern für Katharina Grunwald und Bernadett Althaus so wertvoll macht

Engagierte Christinnen: Bernadett Althaus (rechts) und Katharina Grunwald. Foto: Jakobi

Erfurt - Ostern reißt mit! Diese Erfahrung machen viele Christen. So auch Bernadett Althaus und Katharina Grunwald aus Erfurt. Ein Gespräch mit den beiden Erzieherinnen über ihr Ostern und das, was ihr Leben trägt:

"Für mich ist jeder Tag ein Stück Ostern", sagt Bernadett Althaus und Katharina Grunwald ergänzt, "Ostern heißt, dass du jederzeit heimkehren kannst." Heimkehren zu Gott, zu Christus, zu wissen, ein Christ steht niemals allein.

Ostern ist für Katharina Grunwald das Größte was es überhaupt gibt. Eine kleine persönliche Auferstehung erlebte sie vor einigen Jahren. In einer Zeit, in der es ihr nicht gut ging, wurde Ostern für sie zu einem Erlebnis, bei der ihr im positiven Sinn buchstäblich der Kragen platzte. "Ich spürte, Jesus ist wirklich auferstanden, auch für mich. Alles, was mich so verzagt gemacht hatte, das hat er mitgenommen", erinnert sie sich.

Für beide jungen Frauen ist es längst zur guten Gewohnheit geworden, Jesus alles mitzuteilen. Nicht nur die glücklichen Stunden sondern auch schmerzliche Erlebnisse, Enttäuschungen, Gefühle der Verlassenheit ... all das, was jeder Mensch kennt und schon erfahren hat. Bernadett Althaus macht deshalb Mut, Ostern als befreiende Erfahrung mit in den Alltag zu nehmen. Eine Hilfe ist ihr dabei die Musik: "Immer wieder nehme ich meine Gitarre und danke Jesus im Lobpreis, dass er in unsere Welt gekommen ist."

Die musikalische Leidenschaft teilt Bernadett Althaus mit Katharina Grunwald. Unterstützung in ihrem christlichen Leben erfahren beide Frauen zudem wesentlich durch die geistliche Gemeinschaft. Für Katharina Grunwald wurde die Schönstattbewegung zur Heimat. Und Bernadett Althaus nimmt regelmäßig an den offenen Jugendtagen der Emmanuelgemeinschaft teil, die jetzt in die Vorbereitungstreffen für den Weltjugendtag übergingen. Als Volontärin der Gemeinschaft wird sie beim Weltjugendtag in Kevelar und Köln mithelfen und mitfeiern. Die tragende Gemeinschaft empfinden beide junge Frauen als Gewinn. "Es ist doch einfach genial. Jede Bewegung hat ihre Besonderheiten und doch stehen alle auf demselben Grund, haben dasselbe Ziel", betont Katharina Grunwald. Bei Schönstatt lernte sie persönlich zu hinterfragen, was es eigentlich heißt, Christ zu sein. "Als Kind und Jugendlicher betet man oft einfach so mit. Ich machte mir lange Zeit kaum Gedanken darüber, was überhaupt gebetet wird. Beispielsweise beim Vaterunser ,dein Wille geschehe' -aber was heißt das, bin ich wirklich bereit dazu?", sagt Katharina Grunwald.

In der Schönstattbewegung hat sie zudem erfahren, wie wichtig der ganz normale Gottesdienst -werktags wie sonntags -ist. Bernadett Althaus betont: "Ich habe dieselbe Erfahrung gemacht. Das Normale wurde mir wieder wertvoll, weil der Sinn dahinter neu sichtbar wurde." Zum wiederentdeckten "Normalen" wurde für Bernadett Althaus beispielsweise auch die morgendliche Schriftlesung. "Der Tag bekommt durch die Bibelverse eine ganz eigene Struktur. Ohne sie wäre es nur ein halber Tag."

Katharina Grunwald und Bernadett Althaus leben heute in einer Wohngemeinschaft. Obwohl jede der dort lebenden Frauen dem Glauben ganz individuell Ausdruck gibt, gehören religiöse Themen für alle zum Alltag. "Dass wir drei katholisch sind, vereinfacht vieles, ich kann mich jederzeit mitteilen", sagt Katharina Grunwald. Dass dazu auch die Ermutigung gehört, ist selbstverständlich. Die Ermutigung, gemeinsam am christlichen Glauben und an Ostern dranzubleiben.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 12 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 24.03.2005

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