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Bistum Magdeburg

Engagiert im Sinne ihrer Gründerin

In Oschersleben und Bad Liebenwerda sind seit rund 100 Jahren Olper Franziskanerinnen tätig

Aus Bad Liebenwerda nicht wegzudenken: (von links:) Schwester Elisabeth, Schwester Irmgardis und Schwester Oberin Firmata.

Bad Liebenwerda / Oschersleben (tdh) -Mit einem besonderen Gottesdienst in Bad Liebenwerda begehen die im Bistum tätigen Schwestern der Kongregation der Olper Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung an diesem Sonntag, 6. Februar, den 100. Todestag ihrer Stifterin Maria Theresia Bonzel. Altbischof Leo Nowak wird mit den sieben Ordensfrauen, ihren Gästen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Gemeinde Bad Liebenwerda um 9.30 Uhr die Eucharistie feiern.

Bereits seit 115 Jahren sind Olper Franziskanerinnen in Oschersleben im Einsatz. Seit 97 Jahren beten und wirken Schwestern desselben Ordens in Bad Liebenwerda, die 100-Jahr- Feier steht -so Gott will -2008 bevor. "Wer in Bad Liebenwerda wohnt -und sei es seit 90 Jahren -ist in der Stadt immer Ordensschwestern begegnet", sagt Pfarrer Hans-Rudi Thiersch. "Dass unsere kleine Diasporagemeinde in der Öffentlichkeit wahrgenommen und beachtet wird, ist nicht zuletzt auch unseren Schwestern zu danken, die bis heute hier tätig sind und für ihren unermüdlichen Einsatz bei Christen und Nichtchristen gleichermaßen geschätzt werden." Eine Aussage, die Pfarrer Walter Richter für die in Oschersleben tätigen Schwestern nur unterstreichen kann.

Auf den Tag genau am 6. Februar 1905 starb die Gründerin der Franziskanerinnen von Olpe, Mutter Maria Theresia Bonzel. 1830 in Olpe geboren, war sie 1850 in den weltlichen Dritten Orden des heiligen Franziskus eingetreten und hatte 1859 mit einer Mitschwester begonnen, klösterlich zu leben. Dazu gehörte sehr bald die ständige eucharistische Anbetung im Haus der Schwestern. Zahlreiche Frauen schlossen sich ihnen an. Sie übernahmen die Betreuung von Waisenkindern und die Pflege von Kranken in deren Häusern. Nach Anerkennung der Ordensgenossenschaft durch den zuständigen Bischof gingen 1875 erste Schwestern nach Nordamerika. In der Zeit des Kulturkampfes war es den Schwestern verboten, ihre Tracht zu tragen, vor allem aber Kinder zu betreuen. Heute gibt es neben der Deutschen Provinz mit Sitz in Köln zwei Provinzen in Nordamerika, eine auf den Philippinen sowie Niederlassungen in Brasilien.

In Oschersleben sind mit Raimundine Schubert (70) und Ancilla Schade (69) zwei Ordensfrauen im Altenpflegeheim Kardinal- Jäger-Haus tätig, Schwester Walburga Hanisch (65) sorgt für den Schwesternkonvent und Oberin Scholastika Kaiser (53) ist in den Einrichtungen der Caritas- Trägergesellschaft St. Mauritius im Bistum unterwegs, um die zahlreichen nicht kirchlichen Mitarbeiter mit dem Glauben bekannt zu machen.

Die drei Ordensfrauen in Bad Liebenwerda sind teils im Altenpflegeheim St. Marien und zum Teil in der Pfarrei tätig. Schwester Irmgardis Sossna (63) ist Wirtschafts- und Küchenleiterin, 2,3 Millionen weniger von den Deutschen Diözesen Oberin Firmata Raschke (76) und Schwester Elisabeth Weckmann (58) begleiten Sterbende und helfen im Pfortendienst, Schwester Firmata ist zudem geistliche Leiterin des Heimes.

"Der Gottesdienst am Sonntag soll neben dem Dank an Gott ein Zeichen der Anerkennung und der Dankbarkeit gegenüber den Schwestern sein", so Pfarrer Thiersch, "und auch ein herzliches Dankeschön gegenüber der Ordensleitung in Olpe und im Provinzhaus in Köln, die immer wieder Schwestern in unsere Gemeinden geschickt haben."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 5 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 14.03.2005

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