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Aus der Region

Jeder kann etwas beitragen

Vorbereitung des Weltjugendtages

Katharina Voigt im Kölner Weltjugendtagsbüro. Foto: Mürmann

Zeitz/Erfurt/Köln - Zahlreiche junge und auch manch ältere Leute engagieren sich in diesen Monaten bei der Vorbereitung des Weltjugendtages in Köln.

Alle paar Minuten klingelt ein Telefon und in einem scheinbar heillosen Durcheinander beantworten Jugendliche die Fragen und Anliegen der Anrufer -hier auf Deutsch oder Englisch, dort auf Französisch, Spanisch oder Italienisch, die fünf offiziellen Weltjugendtagssprachen. Kein Zweifel: In diesem Bürogebäude nahe der Kölner Innenstadt geht es schon jetzt interkulturell zu. Die 145 Jugendlichen zwischen 16 und 30 Jahren kommen aus unterschiedlichen Ländern. Sie alle arbeiten derzeit für 13 Monate als Langzeitfreiwillige im Weltjugendtagsbüro in Köln -unter ihnen auch Katharina Voigt aus Zeitz. "Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen, ein Jahr lang mit Jugendlichen der verschiedenen Kulturen zu arbeiten und gemeinsam das Großereignis Weltjugendtag vorbereiten zu dürfen", sagt die 21-Jährige.

Wo gibt es die T-Shirts? Und wo die Visaanträge?

Im Bereich "Pilgerwesen / Pilgerregistrierung / Service Center" ist Katharina dafür zuständig, telefonisch oder schriftlich verschiedene Anfragen aus der ganzen Welt rund um den Weltjugendtag zu beantworten. Dabei sind die Anliegen der Anrufer vollkommen unterschiedlich: "Manche fragen, wo es die Weltjugendtags-T-Shirts gibt oder wie man sich als Freiwilliger anmelden kann, andere erkundigen sich nach Quartieren oder suchen Behörden für den Visaantrag", sagt Katharina Voigt. Ihre Sprachbegabtheit und Neugierde auf fremde Kulturen kommt der Zeitzerin dabei sehr zu Gute. "Ich war schon immer interessiert an interkultureller Begegnung, habe ein Semester Physik auf Englisch studiert, wollte mal für ein Jahr nach Afrika gehen und möchte nach diesem Freiwilligen Sozialen Jahr gern Fremdsprachenkorrespondentin werden."

Neben einer Unterkunft, Krankenversicherung und Verpflegungsgeld bekommen die jugendlichen Langzeitfreiwilligen für ihre Arbeit lediglich ein geringes Taschengeld. Aber der materielle Verdienst ist es ohnehin nicht, der Katharina Voigt an dieser Aufgabe reizt. "Ich möchte anderen Jugendlichen begegnen, mit ihnen meinen Glauben leben und teilen, einfach als Freiwillige den Geist des Weltjugendtages miterleben."

Dass während dieser Zeit dann besonders viel Arbeit und Verantwortung auf Katharina zukommt, stört die junge Frau nicht weiter. "Für mich fühlt es sich so an, als würde mein Weltjugendtag 13 Monate dauern", sagt sie schmunzelnd. "Schon oft habe ich an christlichen Begegnungstagen -auch in anderen Ländern -teilgenommen, für deren Vorbereitung andere viel Arbeit investiert haben. Jetzt möchte ich durch meine freiwillige Tätigkeit ein Stück davon zurückgeben."

Ein Stück ihrer Fähigkeiten weitergeben möchte auch Barbara Simon (57) aus der Nähe von Erfurt. "Ich gehöre sicher nicht mehr zur Gruppe der Jugendlichen", gesteht sie lachend, "aber als ich gehört habe, dass Freiwillige für den Weltjugendtag gesucht werden, habe ich mich sofort gemeldet. In der Jugend liegt doch unsere Zukunft und auch die Zukunft des christlichen Glaubens!"

Die Mutter zweier Kinder beherrscht die Sprachen Deutsch, Französisch, Englisch und Spanisch fließend, sowie Italienisch und Russisch. Für das Weltjugendtagsbüro in Erfurt übersetzt sie nun Brieftexte oder dolmetscht auf Pressekonferenzen des Bistums im Vorfeld des Weltjugendtages. Auch für die Tage in Köln hat sie sich bereits als Kurzzeitfreiwillige beworben. "Ich kenne Köln aus Studienzeiten und könnte mir gut vorstellen, ausländischen Gästen die Sehenswürdigkeiten zu zeigen oder anderweitig meine Sprachen einzusetzen", sagt die 57-Jährige. "Es macht mir einfach Freude, mich für so eine gute Sache zu engagieren."

Damit es ein besonderes Glaubensfest wird

Auch Katharina Voigt möchte keinen der sechs Monate missen. "Für mich haben dieses Engagement und die neuen Erfahrungen einen unschätzbaren Wert", sagt sie. "Und jeder andere kann auch schon durch kleinste Mithilfe dazu beitragen, den Geist des Weltjugendtages aufleben zu lassen und somit etwas zu diesem besonderen Glaubensfest in unserem Land beitragen."



Kontakt

20 000 Kurzzeitfreiwillige für die "Tage der Begegnung" in den Diözesen oder die WJT-Veranstaltungen in Köln gesucht. Interessierte können sich bei der WJT-Hotline Tel.: 0221 / 49-2005-0 oder im Internet unter www.wjt2005.de anmelden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 10 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 14.03.2005

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