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Bistum Görlitz

Nicht mehr wegzudenken

Ständige Diakone aus der Region Ost trafen sich

Nur zusammen geht's: Christine und Bernhard Matko versuchen, Beruf, Familie und diakonischen Dienst gemeinsam zu bewältigen. Foto: Schuppert

Schmochtitz - Gemessen an der Kirchengeschichte, gibt es ihn noch nicht lange. Inzwischen ist das Amt des Ständigen Diakons aus dem Leben der Gemeinden nicht mehr wegzudenken.

Einmal im Jahr treffen sich die ständigen Diakone aus dem Osten mit ihren Ehefrauen, am vergangenen Wochenende im Bischof- Benno-Haus in Schmochtitz. Mit dabei war Bischof Rudolf Müller, der Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die Diakone in der Region Ost ist.

Bernhard Matko aus Hoyerswerda ist sei dem Jahr 2000 im Amt. Für ihn bietet das jährliche Treffen viel Gelegenheit zu Gespräch und Austausch mit den Mitbrüdern. "Der Dienst ist für den Diakon heute sehr vielseitig geworden", sagt Matko. Der Einsatz reiche von der Gemeindepastoral bis hin zur Klinikseelsorge. Da sei es wichtig zu hören, welche Erfahrungen die anderen machen und wie es um die Gemeinden vor Ort bestellt ist.

Matko sieht sein Amt vor allem als einen Dienst am Not leidenden Mitmenschen. "Das gilt nicht nur für die Gläubigen in der Gemeinde, sondern auch für alle anderen Mitmenschen", ist er überzeugt. Im Hauptberuf arbeitet er als Leiter der Schauwerbeabteilung bei Karstadt in Hoyerswerda. "Der diakonische Dienst ist in meinem berufl ichen Alltag natürlich nicht zu Ende", erklärt Matko. Er verstehe sich nicht als Wochenenddiakon, sondern versuche sich auch im Betrieb für die Mitarbeiter einzusetzen, ob als Chef oder als Mitglied des Betriebsrates, dem er angehört.

Rückhalt in der Familie

Unmöglich wäre dieser Dienst ohne den Rückhalt in den Familien. Bischof Rudolf Müller bedankte sich deshalb ausdrücklich bei den Ehefrauen der Ständigen Diakone, die die Tätigkeit ihrer Männer unterstützten, was "oft auch nicht leicht" sei. Und dass die Ehefrauen dabei hinter ihren Männern stehen, beweist eine jüngste Umfrage in Deutschland, die, wie es heißt, positiv ausfiel.

Brisant war das Thema der Tagung in Schmochtitz: "Geschiedene Wiederverheiratete und die Forderung des Evangeliums", ein Problem, das auch die katholischen Gemeinden mehr und mehr betrifft und eine "vielfache Not" darstellt, wie sich der Referent Peter Birkhofer vom Zentrum für Berufungspastoral der Deutschen Bischofkonferenz ausdrückte. Für Diakon Bernhard Matko gibt es hier vielfachen Handlungsbedarf: "Wichtig ist, dass geschiedene Wiederverheiratete in die Gemeinde integriert werden." Gerade die Not dieser Menschen müsse erkannt werden, um ihnen hilfreich zur Seite stehen zu können.

In seiner Gemeinde arbeitet Bernhard Matko, wo er gebraucht wird, betreut die Außenstationen und kümmert sich vor allem um das kleine Begegnungszentrum in Lohsa, wo regelmäßig Veranstaltungen wie Einkehrtage, Tage der Jugendbegegnung und Religiöse Kinderwochen stattfinden.

Der Sprecher der Ständigen Diakone in der Region Ost, Bernhard Zülicke aus dem Bistum Magdeburg, hat noch einige interessante Zahlen parat: 2582 Ständige Diakone gibt es bundesweit, 1277 davon im Nebenberuf. Auf Letztere müsse man besonders achten, um ein "Zwei-Klassen-Diakonat" zu vermeiden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 7 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 20.02.2005

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