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Ansatz: Pflege in familiärer Atmosphäre

Caritas-Altenhilfezentrum in Aschersleben eingeweiht / Unter Pflegepersonal auch drei Inderinnen

Einweihung des neuen Altenpflegezentrums in Aschersleben: Caritas-Vorsitzender Günter Brozek und Mitarbeiterinnen, darunter drei der vier abgebildeten indischen Ordensfrauen, mit einem Kreuz für den Einbangsbereich des Hauses.

Aschersleben (cpi/db) -Fast genau ein Jahr nach dem ersten Spatenstich konnte am 9. Dezember das Altenhilfezentrum St. Antonius in Aschersleben Bewohnern und Mitarbeitern übergeben werden. Mit dem Wunsch "Das Haus möge zum Segen für die Bewohner werden" überreichte der Geschäftsführer der Caritas-Trägergesellschaft St. Mauritius und Bauherr Georg Stockhausen der künftigen Heimleitung stellvertretend für Bewohner und Mitarbeiter den Schlüssel. Unter dem Dach des in der Innenstadt errichteten Altenhilfezentrums befinden sich 50 vollstationäre Pflegeplätze, 25 altengerechte Wohnungen, und ein Seniorentreff.

Integration und Vernetzung sind wesentliche Aspekte des neuen Altenzentrums. Selbst bei der Archiktekur und der Ortslage sind diese Kriterien berücksichtigt: So stand die Planer vor der Herausforderung, die zwei denkmalgeschützten Gebäude am Tie 25 und 27 mit einem dahinter liegenden Neubau zu verbinden. Durch die unmittelbare Lage zwischen Kirche, Marktplatz und Rathaus ermöglicht das Zentrum eine leichtere Integration der Bewohner in das gesellschaftliche Leben der Stadt. Als Brücke dafür versteht sich auch das Café Anton mit Biergarten: Es soll ein kommunikatives Angebot für Bewohner, Mieter und die Ascherslebener Bevölkerung sein. Den Gedanken der Integration stellte auch der Vorsitzende des Caritasverbandes für das Bistum Magdeburg, Domkapitular Günther Brozek, in der Dankandacht in den Vordergrund und appellierte, das Haus zu einem Haus der Gemeinde zu machen.

Das Altenhilfezentrum bietet neben der stationären Pflege und altengerechten Wohnungen insbesondere für Demenz erkrankten Menschen ein Angebot der Pflege, Therapie, Förderung und Begleitung. Kernstück des vernetzten Angebots sind drei Hausgemeinschaften mit insge-samt 29 Plätzen. Damit entsteht eine Pflegeeinrichtung der so genannten vierten Generation: In kleinen, überschaubaren und wohnlichen Bereichen kann in einem familiären Umfeld auf die Bedürfnisse und den individuellen Hilfebedarf der Demenzkranken Menschen eingegangenen werden. So wie zu Hause bilden in den Hausgemeinschaften die Küche mit einem Essbereich und das Wohnzimmer den Mittelpunkt des täglichen Lebens. Die Einbeziehung der Bewohner in die in einem Haushalt anfallenden Arbeiten gehören dabei zum Pflegekonzept. So finden Essenszubereitung oder Wäschewaschen mit und in Blicknähe der Bewohner statt. Eine direkte Bezugsperson, die tagsüber präsent ist und die Rolle einer Hausfrau übernimmt, soll den Demenz- Kranken in ihrer zerbrechlichen Welt Beständigkeit geben, Vertrauen vermitteln und dem Gefühl des Verloren- und Alleinseins entgegenwirken. Auch das an warmen Farben orientierte Farbkonzept vermittelt Wärme und Geborgenheit.

Der Blickkontakt zu den Bewohnern ist dem neuen Heimleiter Marcus Waselewski besonders wichtig. "In den Wohnbereichen sind wir auf Augenhöhe mit den an Demenz erkrankten Menschen. Anstalts- und Krankenhausstrukturen werden durch den Abbau zentraler Versorgung aufgelöst."

Den Bewohnern und ihren unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden zu können stellt auch Anforderungen an das Pflegepersonal. Nicht nur medizinisch- pflegerische Fertigkeiten sind gefragt, sondern auch gruppenpädagogisches Praxiswissen und Erfahrungen im Umgang mit psychisch veränderten und dementen Menschen. Das 38- köpfige Mitarbeiterteam ist demzufolge multiprofessionell und mit einem Mindestfachkräfteanteil von 60 Prozent besetzt. In der Pflege und Betreuung der Bewohner sind unter anderem drei indische Schwestern des Ordens der Ewigen Anbetung vom Provinzialat Palai/Kerala in Indien tätig. Die Gemeinschaft lässt sich neu im Bistum Magdeburg nieder.

Rund sieben Millionen Euro wurden in den Neubau investiert. Davon beteiligten sich der Bund und das Land Sachsen-Anhalt mit rund vier Millionen Euro. Ferner beteiligten sich der Denkmalschutz, die Stadt Aschersleben und der Landkreis Aschersleben- Staßfurt sowie das Deutsche Hilfswerk an den Kosten. Die Caritas-Trägergesellschaft St. Mauritius investierte rund 2,7 Millionen Euro Eigenmittel.

Weitere Informationen: Altenhilfezentrum St. Antonius Tie 25-27 06449 Aschersleben

Tel. (0 34 73) 22 55-0

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 51 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Samstag, 18.12.2004

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