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Bistum Erfurt

Beliebtes Angebot

Der Eine-Welt-Laden im Heligenstädter Bergkloster

Ein beliebtes Angebot: Christina Kehrer (links) und Ulrike Plath, Lehrerinnen am St.-Elisabeth-Gymnasium, haben eine Pause zum fairen Einkauf genutzt.

Heiligenstadt (cb) -"Elefanten sind im Moment besonders gefragt, als Figuren in allen Formen, Farben und Größen, auch als Anhänger für Halsketten", weiß Schwester Maria Magdalena vom Orden der Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP).

Es ist Mittwoch, deshalb schaut sie, die ansonsten Ansprechpartnerin im Referat Kinderseelsorge ist, schnell mal im "Eine-Welt-Laden" vorbei, dem Klosterladen am Friedensplatz 6 im Heiligenstädter Bergkloster. Heute hat Christa Fischer Dienst. Die Rentnerin ist aus Uder gekommen, eine Bahnstation von Heiligenstadt entfernt. Eben beenden Christina Kehrer und Ulrike Plath, zwei Lehrerinnen aus dem nahe gelegenen katholischen St.-Elisabeth-Gymnasium, ihren Einkauf, wozu sie eine Pause genutzt haben.

Eröffnet wurde der Klosterladen am 1. Advent 2003 von der Placidagemeinschaft, einer Gemeinschaft katholischer Laien. Das ist eine Gruppe von Ehepaaren, Familien, Alleinlebenden, jungen und älteren Menschen, die sich den am Berg lebenden Schwestern verbunden fühlt. Um den Eine-Welt-Gedanken zu verbreiten und zu unterstützen, war der "Förderkreis am Bergkloster in Heilbad Heiligenstadt innerhalb des Ordens der Heiligenstädter Schulschwestern" gegründet worden. Ansprechpartnerin für den Orden ist Schwester Maria Magdalena, Ansprechpartnerinnen für die Placidagemeinschaft sind Johanna Küster und Gisela Arand.

Sehr froh sind alle über die Hilfsbereitschaft der Ordensschwestern. Denn immer, wenn sich außerhalb der Ladenöffnungszeiten mittwochs von 10 bis 17.45 Uhr, Besuchergruppen im Haus befinden, beispielsweise Seniorengruppen oder Firmlinge, oder das Kloster zu Veranstaltungen einlädt, öffnet eine Schwester auf Anfrage das Geschäft.

Zwar fragen inzwischen gerade die Stammkunden nach einem zweiten Verkaufstag, doch ist dies nicht möglich, weil alles -vom Verkauf über das Auspacken und Auspreisen der Ware bis zur Buchführung -ausschließlich ehrenamtlich geschieht. Nur im Dezember wird eine Ausnahme gemacht, da stehen Helfer an allen vier Adventssamstagen von zehn bis 16 Uhr bereit. Gegenwärtig gibt es 15 Verkäuferinnen und rund dreißig Helfer "hinter den Kulissen".

Ihr Anliegen: "Im Überfluss der Konsumgesellschaft ein Zeichen setzen." Weitere Mitstreiter sind willkommen. Ständig angeboten werden Lebens- und Genussmittel; hinzu kommt ein wechselndes Sortiment an Spielzeug und Kunsthandwerk. Ursprungsländer der Waren sind afrikanische Staaten, Bangladesch, Bolivien, Guatemala, Indien, Mexiko, Nikaragua, die Philippinen und Peru. Hinzu kommen für den ständigen Basar Geschenkartikel aus eigener Herstellung, saisonbedingt Weihnachts- oder Osterartikel zur Finanzierung von Projekten der Mission in Mosambik, Brasilien, Bolivien und für Rumäniens Straßenkinder.

Die Bilanz nach dem ersten Jahr kann sich sehen lassen. Für viele Kunden ist der Laden schon zu einer selbstverständlichen Einrichtung in der Kreisstadt geworden. Alle Helfer sind sehr zufrieden, weil Kontakte zu weiteren Fair-Handels-Häusern zwecks Sortimentserweiterung aufgenommen wurden.

Schwester Maria Magdalena unterstreicht: "Hier wird nicht nur eingekauft, hier finden auch viele gute Begegnungen statt, beispielsweise, wenn Jugendliche aus dem St.-Elisabeth-Gymnasium und aus der ebenfalls benachbarten berufsbildenden Schule vorbeischauen."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 51 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Samstag, 18.12.2004

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