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Bistum Magdeburg

Barbara und Elisabeth gemeinsam

Kapelle und Kinderzentrum des Katholischen Krankenhauses in Halle eingeweiht

Kapelle und Ort der Stille für Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara konsekriert: Der Magdeburger Diözesanadministrator Gerhard Feige hat im katholischen Krankenhaus in Halle eine neue Kapelle eingeweiht.

Halle (ep) -Während des Gottesdienstes schauen sie von der Seite her auf die versammelte Gemeinde und zum Altar hin: Barbara und Elisabeth. Zwei Frauen aus unterschiedlichen Jahrhunderten, die sich in ihrer Zeit auf den Weg gemacht haben, Jesus zu folgen. Seit mehr als 100 Jahren sind die beiden Heiligen in Halle Patroninnen der Krankenhäuser gleichen Namens und Vorbild der in ihnen wirkenden Schwestern, Pfleger und Ärzte.

"Die beiden Frauen sind dort angebracht, wo darunter unser Anliegenbuch liegt", sagt Klinikseelsorger Diakon Reinhard Feuersträter. "Wer in das Buch etwas eintragen will, soll sich von ihnen ermutigt wissen, seine Bitten zu formulieren." Noch haben die Frauen keine Arme, mit denen sie sich künftig an der Hand nehmen werden. Der Künstler, Marc Fromm, muss diese erst noch schnitzen. Da die neue Kapelle drei Monate vorfristig in Betrieb genommen wurde, ist Fromm, der bei Professor Bernd Göbel Bildhauerei studiert, nicht fertig geworden. Beide Heiligen stehen zusammen und können so auch als Sinnbild für die Fusion der bis vor wenigen Jahren selbständigen Kliniken St. Elisabethund St. Barbara-Krankenhaus verstanden werden.

Mit einer Eucharistiefeier hat Diözesanadministrator Gerhard Feige am 4. Dezember die neue Kapelle eingeweiht. Feige konsekrierte den kreisrunden Raum samt Ambo, Altar und Tabernakel und versenkte unter dem Altar eine Reliquie der heiligen Elisabeth von Thüringen. "An Orten, an denen wir das Brot brechen, beginnt ein Stück himmlische Wirklichkeit, und deshalb gehen wir mit ihnen ehrfurchtsvoll um", sagte der Weihbischof in seiner Predigt. "In solchen Räumen der Stille klingt das Geheimnis Gottes nach. Sie laden dazu ein, sich in seine Gegenwart zu versenken."

Die Konsekration wurde einen Tag nach der Einweihung des neuen Kinderzentrums des Krankenhauses und des neu errichteten Eingangsbereiches vollzogen. Wie das Kinderzentrum im alten Hauptgebäude des St. Elisabeth- Krankenhauses, wurde auch die Kapelle von Studierenden und Absolventen der Klasse des Hallenser Kunstprofessors Ulrich Reimkasten von der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein gestaltet. Von Reimkasten stammen die Entwürfe für die farbigen Fenster, die mit farbigem Filz gestaltenen Applikationen, für den Natursteinboden, den Altar und das Lesepult. Reimkasten hat den das Krankenhaus führendnen Schwestern von der heiligen Elisaeth für die Kapelle ein gläsernes Hänge-Kreuz geschenkt. "Es eröffnet durch Leid und Schmerz hindurch einen Blick auf die dahinter leuchtende Sonne", sagt Diakon Feuersträter. Während im oberen Teil des Wandbildes hinter dem Altar das Licht dominiert, herrschen unten eher dunkle Töne. Aber es ist auch ein Lebensbuch oder die Heilige Schrift zu erkennen.

Andere Ausstattungselemente wie eine 100 Jahre alte Pieta stammen aus dem Fundus der Schwestern der heiligen Elisabeth und wurden von Krankenhausseelsorger Feuersträter und Professor Reimkasten gemeinsam ausgewählt.

"Die Kapelle soll auch Menschen, die keine getauften Christen sind, einladen, an diesen Ort der Stille zu kommen, um über sich und das eigene Leben nachzudenken", sagt Diakon Feuersträter.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 50 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 09.12.2004

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