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Bistum Magdeburg

Eingeladen

"Wolfener Advent" im katholischen Gemeindezentrum

Jeder Verein bringt etwas in die Adventsfeier ein: Einen spritzigen Westerntanz führte die Tanzgruppe aus Zschepkau auf.

Wolfen (ep) -Eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn herrscht bereits reges Treiben. Das Fest, das an diesem ersten Adventssonntagmittag hier im Gemeindezentrum Edith Stein in Wolfen- Nord vorbereitet wird, ist keine Gemeindefeier. Der Kultur- und Heimatverein hat zum 13. Wolfener Advent eingeladen. Die katholische Gemeinde stellt dafür ihren modernen Kirchenraum und die angrenzenden Gemeinderäume zur Verfügung. Die ersten Gäste sitzen längst an Tischen und auf Kirchenbänken. An Ständen bieten Wolfener Vereine Kuchen und Glühwein, Handarbeiten, Bücher und Adventsgestecke an. Für Kinder gibt es ein Bastelangebot.

Als es 14 Uhr ist, lässt ein Jugend- Spielmannszug weihnachtliche Melodien erklingen. "Christen stimmen sich im Advent nicht nur auf das Weihnachtsfest ein, sondern bereiten sich auf die Begegnung mit dem wiederkommenden Christus vor", begrüßt Pfarrer Markus Lorek die überwiegend nicht christlichen Wolfener. Um die 300 Personen haben sich inzwischen in dem Gemeindezentrum mitten im einstigen DDR-Neubaugebiet eingefunden. Gemeinsam mit Veranstaltungsinitiatorin Claudia Simon vom Kultur- und Heimatverein entzündet der Pfarrer eine Kerze am Adventskranz der Kirche. Wenig später singt der Männerchor der Stadt Adventsund Weihnachtslieder.

"Das hat sich voriges Jahr so ergeben", erzählt die Vereinsvorsitzende und Stadtarchivarin Simon. "Das Kulturhaus, wo der Wolfener Advent seit 1992 stattfand, war belegt. Wir suchten einen Ausweichort und fanden hier offene Türen."

Unter den Teilnehmern sind viele ältere Menschen, aber auch junge Leute. Gerade führen Kinder der Grundschule Erich Weinert ihr Märchenspiel "Die sieben Geißlein" vor. Mit viel Liebe wurden die Kleinen ausstaffiert und das Stück einstudiert. Selbstverständlich sind auch die Eltern gekommen ...

An dem zweistündigen Programm beteiligen sich aber auch der evangelische Posaunenchor, der Schulhort aus Steinfurth oder die Tanzgruppe aus Zschepkau. Kinder des Wolfener Ballett-Ensembles zeigen ihren Schneeflöckchentanz.

"Wann kommt man mal in eine Kirche", sagt die 27-jährige Sandra Kraus, die während des Märchens das Kind ihrer Freundin auf dem Schoß hat. Der 84- jährige Ortschronist Wolfrid Lindner findet die Atmosphäre einfach schön und hat lobende Worte für Pfarrer Markus Lorek. Auch der Seelsorger ist mit der Entwicklung zufrieden. "Wie im vergangenen Jahr hat auch diesmal selbst das Aufräumen gut geklappt", sagt Lorek am Tag darauf und kann sich vorstellen, dass sich die Gemeinde 2005 mit einem eigenen Beitrag am 14. Wolfener Advent beteiligt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 49 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 03.12.2004

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