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Bistum Dresden-Meißen

Vorbereitet

Dresdner Jugendliche fahren zum Taizetreffen nach Lissabon

Im Gespräch mit Frère Wolfgang: Andreas, Inka und Maria (v. links) beim Begegnungsabend im Pfarrhaus Weißer Hirsch.

Dresden (dw) -"Es hat mich berührt, in der Frauenkirche wieder diese Ruhe und innere Freude spüren zu können", erzählt Maria. Die Dresdner Studentin war schon mehrere Male zu Gast bei der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé. In der Frauenkirche nahm sie an einer "Nacht der Lichter" teil, zu der die Gemeinschaft an verschiedenen Tagen in viele andere evangelische und katholische Kirchen eingeladen hatte.

Die nächtliche Feier mit Gesängen und Gebeten aus Taizé sollte eine Vorbereitung auf das von Taizé aus vorbereitete Europäische Jugendtreffen sein, das zum Jahreswechsel in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon stattfinden wird. Da keiner der beiden Brüder von Taizé, die einige Tage lang im Bistum Dresden-Meißen unterwegs waren, in der Frauenkirche dabei sein konnte, hatte die Pfarrgemeinde St. Hubertus im Dresdner Stadtteil Weißer Hirsch sie am 21. November zu ihrem Sonntagabendgottesdienst und einer anschließenden offenen Begegnung ins Pfarrhaus gebeten

Frère Wolfgang, der der Einladung gefolgt war, zeigte dabei großes Interesse für die Erfahrungen der Jugendlichen, die das französische Dorf bereits selbst kennen gelernt haben.Viele, die sich im Pfarrhaus Weißer Hirsch zusammengefunden hatten, zieht es immer wieder nach Taizé.

"Vorher war ich abgenervt von der Euphorie der anderen, die vor mir da gewesen waren", erinnert sich Inka. "Doch dann war ich selber ganz begeistert." Carola Kube, Gemeindereferentin in der St.-Hubertus-Gemeinde, war im Oktober erstmals mit einer Jugendgruppe in Taizé: "Die Einfachheit, mit der man dort den Glauben verkündet, hat mich beeindruckt."

Im Leben der meisten hinterlassen die -in der Regel -einwöchigen Aufenthalte in Taizé nachhaltige Spuren. "Wenn man mal über den eigenen Tellerrand gucken kann, ändern sich die eigenen Werte", hat Andreas in Taizé erfahren. Ihm ist erst dort aufgefallen, wie gut es ihm eigentlich geht und er hat begonnen, vieles in seinem Leben zu überdenken.

"Spiritualität soll auch an meinem Studienort für mich eine Rolle spielen", hat sich Maria, die ursprünglich aus Bamberg kommt, während ihres letzten Taizé-Aufenthalts vorgenommen. Sie versucht seither, nicht nur in der Kirche, sondern auch zu Hause regelmäßig und intensiv zu beten.

"Genau das ist unser Anliegen!", betont Frère Wolfgang: dass diejenigen, die uns in Taizé besucht haben, bei sich vor Ort in ihren Gemeinden christlich leben und die Gesellschaft mittragen durch ihre Fähigkeiten und durch Gebete. Weder eigene Gruppen wollten die Brüder gründen, noch eigene Glaubensakzente setzen: "Jeder soll sich dort einbringen, wo er hingehört!"

Er selbst gehöre seit den 70er Jahren zur Gemeinschaft von Taizé, erzählt Frère Wolfgang, ein bayrischer Katholik. Er berichtete den Zuhörern von seinen anfänglichen Befürchtungen, man wolle Jugendliche in Taizé "einfangen", sie in eine bestimmte Richtung ziehen. Diese Sorge habe sich nicht bestätigt. Stattdessen habe er als junger Mann in Taizé erstmals begriffen, dass Gott Liebe ist -eine Erfahrung, die man zweifellos auch anderswo machen könne, die ihn aber in besonderer Weise an den französischen Ort binde. Auch heute noch erlebe er "kaum einen Jugendlichen in Taizé, der nicht irgendwie von dieser Liebe angezogen ist".

Wer vom Bistum Dresden-Meißen aus zum Europäischen Jugendtreffen nach Lissabon mitfahren möchte, kann sich in der Dresdener Dekanatsstelle der Jugendseelsorge melden, Telefon (03 51) 48 44-7 28, E-Mail: dekajugend-dd@gmx.de.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 49 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 03.12.2004

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