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Ökumenisch um die Liturgie bemüht

Aufbaustudium vereint Theologen und Kirchenmusiker aus verschiedenen Konfessionen

Zu Gast bei den Leipziger Oratorianern: Pfarrer Rosner (rechts vorn) zeigt den Liturgieinteressierten die Kirche. Neben ihm der Erfurter Liturgiker Kranemann. Vorn links: Professor Ratzmann, Uni Leipzig, und Irene Mildenberger, Liturgisches Institut Leipzig.

Leipzig (ep) -"Das Angebot gibt mir die Möglichkeit, mein liturgisches Feingefühl zu verbessern. Vor allem aber bietet es die Chance, die anderen besser zu verstehen." Thomas Rocher ist methodistischer Pastor in Zwönitz. Er ist einer von 20 Teilnehmern, die derzeit ein Aufbaustudium im Fach Liturgiewissenschaft absolvieren. Angeboten wird es von den Universitäten Erfurt, Halle, Jena und Leipzig gemeinsam. Die Studierenden kommen aus der evangelischen und katholischen Kirche oder sind Methodisten, unter ihnen sind Theologen und Kirchenmusiker, Lehramts- oder Theologiestudenten und Pfarrer, ein Teilnehmer kommt aus den USA, eine Teilnehmerin aus Georgien. Federführend ist das Liturgiewissenschaftliche Institut der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands in Leipzig. Mit der viersemestrigen Ausbildung, die auch berufsbegleitend möglich ist, können die Teilnehmer den Magister Artium (M.A.) erwerben.

Vom 4. bis 6. November befassten sich die Teilnehmer gemeinsam mit den Hochschullehrern der beteiligten Theologischen Fakultäten bei einem dreitägigen Seminar mit dem Thema "Liturgische Bewegungen" in der anglikanischen, lutherischevangelischen und katholischen Kirche. Am Freitag abend besuchten sie das Leipziger Oratorium, von dem seit den 30er Jahren wichtige Impulse vor allem für die Erneuerung der Liturgie in der katholischen Kirche ausgingen, die dann in die Liturgiereform des Konzils mündeten.

Der Obere der Oratorianer in Leipzig, Pfarrer Clemens Rosner, erinnerte daran, dass in der Kirche in Leipzig-Lindenau 1932 erstmals die Osternacht in der Weise gefeiert wurde, wie sie heute ganz selbstverständlich ist. Von Lindenau aus seien etwa aber auch die Praxis der Jugend ausgegangen, Samstagabend miteinander das Nachtgebet der Kirche, die Komplet, zu beten, was zu einer stärkeren Verwurzelung des Stundengebetes der Ordensleute und Priester in den Gemeinden führte.

Für Kantor Tilman Ludwig ist das Aufbaustudium eine gelungene Sache: "Wir können eigene Erfahrungen einbringen und uns zugleich weiterbilden", so der Kirchenmusiker in Magdala.

Infos:
Liturgiewissenschaftliches Institut, Theologische Fakultät Leipzig, Tel. (0341) 9735480; E-Mail: liturgie@uni-leipzig.de; Internet: www.uni-leipzig.de/fernstud/aufbauliturg.html
Theologische Fakultät Erfurt, Tel. (0361) 590770; E-Mail: rektorat.theol@uni-erfurt.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 46 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 11.11.2004

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