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Bistum Dresden-Meißen

Ministranten auf Schatzsuche

800 Mädchen und Jungen beim Ministrantentag auf dem Dresdner Schlossplatz

Schatzkiste mit Füllung: In der Einstiegsszene förderte Stefan Kuhfs allerlei liturgische Kostbarkeiten aus seiner Kiste.

Dresden (dw) -"Hallo Schatz!", bekam der 14-jährige Stefan Kuhfs vergangenen Sonntag aus grinsenden Gesichtern von früh bis spät zu hören. Dem Altenburger Ministranten war klar, dass er die zärtlichen Begrüßungsworte nicht allzu persönlich nehmen durfte. Als Schatzkiste verkleidet führte er mit durch das Programm des Bistumsministrantentages, der 800 Ministranten aus dem ganzen Bistum auf die Spur ihres "Schatzes" auf den Dresdner Schlossplatz geführt hatte.

Was es mit diesem Schatz auf sich hatte, das schwante den meisten spätestens nach der Einführungsszene und dem eigens vom Bistumskinderchorleiter Guido Erbrich komponierten Ministrantentags-Rap. "Was das für ein Schatz ist, das errätst du nie, dieser Schatz ist die Liturgie", war da -in coole Rhythmen verpackt -zu hören.

"Im Gottesdienst feiern wir die Begegnung mit Gott. Und die können wir auf unterschiedliche Weise auch im Alltag erleben", wurde den Jungen und Mädchen während des bunten, abwechslungsreichen Programms immer wieder in Erinnerung gerufen.

Besonders eindrücklich in der Predigt während der Messfeier in der Hofkirche. Bischof Joachim Reinelt stellte den Ministranten zwei Christen beispielhaft vor Augen: Einen Strafgefangenen, der vor einiger Zeit den christlichen Glauben als Schatz für sich entdeckte. Aus dieser Kraft habe er für sein total verpfuschtes Leben einen kompletten Neuanfang gewagt, erzählte der Bischof. Und den heiligen Laurentius, von dem habgierige Machthaber einst verlangten, ihnen den Schatz der Kirche zu präsentieren. Er habe alle Armen der Stadt zusammengeholt und sie den Männern präsentiert: "Das ist unser größter Schatz". Laurentius sei daraufhin grausam hingerichtet worden. Dankbar erinnerte der Bischof an seine eigene Ministrantenzeit in Radeberg. Die Freundschaft der dortigen Ministrantengruppe habe ihn über manche Schwierigkeit hinweggerettet, erzählte er und legte den heutigen Ministranten ans Herz, einander Freunde zu sein.

Für den 11-jährigen Jonas aus Crostau ist gerade dies ein wichtiger Beweggrund, warum er diesen Dienst in der Gemeinde übernommen hat. Er liebt die Gemeinschaft mit den anderen Ministranten, und besonders schön findet er es, wenn er -wie in Dresden -alte Freunde wiedertrifft, die einmal in seiner Gemeinde gewohnt haben. Auch der 14-jährige Linus aus Sohland weiß übrigens genau, warum er Ministrant geworden ist. Für ihn ist das der erste Schritt zu seinem großen Berufsziel "Kardinal".

Ein besonderer "Hingucker" auf dem Dresdner Schlossplatz war ein mehrere Meter hoher aufblasbarer Ministrant, das Symbol der Minstrantenarbeit in der Diözese Mailand, das eigens mit dem dortigen Ministrantenseelsorger eingeflogen wurde. Zu Füßen des Mini-Riesen, der als Gruppenfoto-Kulisse gern genutzt wurde, spielte sich das spannende Lebend-Kickerturnier ab, bei dem im Endspiel die Bautzener Ministranten gegen Chemnitz gewannen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 41 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 06.10.2004

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