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Bistum Görlitz

Spreewaldmission

Ein Projekt für Christen und Nichtchristen

Selbstbewusstsein zeigen: Bischof Rudolf Müller segnet das Missionskreuz, das die

Lübben (as) -Vor dem Altar liegt ein großes Kreuz, das mit Blumen geschmückt ist. Genau vor 50 Jahren wurde es in der Spreewaldregion aufgerichtet, um den Gläubigen Zuversicht zu geben und andere Menschen einzuladen, den christlichen Glauben kennen zu lernen. Am Tag der deutschen Einheit erlebte dieses Ereignis eine Neuauflage. Mit einem feierlichen Gottesdienst hat Bischof Rudolf Müller in Lübben die "Heilige Spreewaldmission" eröffnet. Der Bischof segnete das Missionskreuz, welches das Leben der Gemeinde in den kommenden Wochen bestimmen wird.

Hinter dem Projekt Spreewaldmission verbirgt sich eine Reihe von Veranstaltungen, die der Glaubenserneuerung dienen, zu denen aber nicht nur katholische und evangelische Christen, sondern alle eingeladen sind, erläutert Lübbens Pfarrer Peter Krahl das Anliegen. Im "Monat der Weltmission" gelte es, vor allem die anzusprechen, die den christlichen Glauben noch nicht kennen. Geplant seien Vorträge und Diskussionen zu Fragen der Zeit, offene Jugendabende, Bibelarbeit, Kirchenführungen, aber auch Gottesdienste mit Missionspredigten. Pfarrer Krahl will jedoch Missverständnissen vorbeugen. "Wir machen es nicht wie die Sekten, die andere vereinnahmen. Die Angebote sind unverbindlich und vor allem eine Chance." Krahl weist darauf hin, dass auch Nichtchristen christliche Feste wie Weihnachten oder Ostern selbstverständlich feiern, aber nichts mehr von ihren Ursprüngen wüssten. "Die Spreewaldmission ist die Gelegenheit, alle diese Fragen loszuwerden. Kritisches ist durchaus erwünscht." Das Projekt ist somit von seinem Ansatz her die erste Aktion im Bistum, die sich über einen größeren Zeitraum direkt an die nicht christliche Umwelt wendet.

Von einer Chance sprach auch Bischof Rudolf Müller in seiner Predigt. Das Christentum scheine ein auslaufendes Modell zu sein. Aber die Tatsache, dass heute jeder dritte Mensch auf der Erde ein Christ und jeder fünfte katholisch ist, "sollte uns etwas mehr Selbstbewusstsein geben". Den Christen von heute fehle oft das Vertrauen, dass Gott auch in dieser Zeit Menschen zu sich rufen könne. "Haben wir die Kraft, mitzuwirken, dass Menschen aus unserer Umwelt zu Gott, zur Kirche finden. Kann unserer Glaube Unmögliches möglich machen?", fragte der Bischof.

Auch der Glaube sei die Kunst des Unmöglichen -wer auf Gott vertraue, werde erleben, dass es möglich wird, Mauern zwischen den Menschen niederzureißen. Der Bischof rief die Katholiken dazu auf, das Geschenk des Glaubens nicht für sich zu behalten. Er sei nicht nur eine bloße Weltanschauung oder Privateigentum, sondern diene auch dem Mitmenschen. Dies sei die Verantwortung der Christen in der Zukunft.

Der Veranstaltungsplan der Spreewaldmission im Internet: www.kathweb.de/st-trinitasluebben

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 41 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 06.10.2004

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