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Bistum Erfurt

Helfen, die Lebensmitte zu finden

Katholische Schulstiftung für das Bistum Erfurt feierte im MDR-Funkhaus

Erfurt (jak) -Konfessionelle Schulen sind für den letzten Ministerpräsidenten der DDR, Lothar de Maizière eine große Chance für die Gesellschaft. Und das gerade in einer Zeit, in der nicht wenige beklagen, dass viele Jugendlichen keine Haltung mehr zeigen, keinen Weg und keine Orientierung haben. Am Rande einer Benefizveranstaltung zum ersten Geburtstag der Katholischen Schulstiftung im Bistum Erfurt -zu der de Maizière als Referent geladen war -sagte der heute in Berlin lebende Anwalt: "Ich glaube, dass eine konfessionelle Schule einen eigenen Geist entwickelt und nicht nur Fachwissen vermittelt. Und was wäre ich denn für ein Christ, wenn ich nicht der Überzeugung wäre, dass eine konfessionelle Schule besser ist als eine nicht konfessionelle Schule". Weiter hält es de Maizière für "ganz entscheidend, dass Menschen nicht nur positives Wissen verinnerlichen, sondern auch eine Lebensmitte finden". Zudem sei es für jeden Menschen wichtig, den Begriff der Solidarität durch eigenes Handeln und Denken ausfüllen zu können. "Und dass sie dies auch üben."

in seinem Vortrag zuvor an den schweren Weg zur deutschen Einheit, der vor 15 Jahren mit der Wende begann. Damals, am Beginn seines politischen Engagements, sei allerdings noch nicht abzusehen gewesen, dass alles schließlich friedlich ablaufen würde, dass das "Kreuz" -de Maizière erinnerte dabei an die vielen tausend Toten vom Platz des himmlischen Friedens in Peking -dem Volk erspart bliebe. Als Beweggründe für seine eigene Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen nannte de Maizière unter anderem: "Es war uns wichtig, dass unsere Kinder nicht mehr lügen müssen. Dass sie nicht aufwachsen mit verschiedenen Gesichtern: Eines für die Schule, eines für die Straße und eines für zu Hause."

Die Katholische Schulstiftung für das Bistum Erfurt hat es sich zur Aufgabe gemacht, langfristig dafür zu sorgen, dass konfessionelle Schule möglich bleibt. Konkret geht es um die Absicherung zweier Schulen: Das Edith- Stein-Gymnasiums Erfurt und die Bergschule St. Elisabeth in Heiligenstadt. Beide Schulen befinden sich in Trägerschaft des Bistums Erfurt.

Dankbar über das in einem Jahr erreichte zeigten sich Elsbeth Weiler, die Geschäftsführerin und Martin Fahnroth, der Leiter der Schulabteilung des Bistums Erfurt. So konnte das Grundkapital von 500 000 Euro um zirka 80 000 Euro aufgestockt werden. Ausgaben wurden im Gegenzug noch keine getätigt, geht es doch derzeit vorrangig zuerst um die Stärkung der finanziellen Decke. Und je stärker diese wird, umso besser kann geholfen werden, wenn es am Nötigsten ist. Elsbeth Weiler verweist darauf, dass sich jeder mit Beiträgen an der Stiftung beteiligen kann, dem katholische Schulen und eine gute Ausbildung und Erziehung der Jugend am Herzen liegen. Zudem gewäre das Stiftungsrecht Steuervorteile, die genutzt werden können. Aber auch über kleine Zugaben zum Stiftungskapital freut sich die Geschäftsführerin, die im Übrigen ehrenamtlich für die Stiftung tätig ist. Und da die Büroarbeit über die Schulabteilung des Ordinariates läuft, entstehen keinerlei Verwaltungskosten. Was bedeutet, dass 100 Euro wirklich 100 Euro bleiben. Einladend formuliert Elsbeth Weiler: "Wenn man Gesellschaft gestalten will, muss man in Schulen investieren. Wir alle sind gefordert, nicht nur Staat und Kirche.

Informationen und Kontakt:
Katholische Schulstiftung im Bistum Erfurt
Hermannsplatz 9
99084 Erfurt
Telefon (0361) 65 72 281.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 40 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 29.09.2004

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